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Weinstadt : Mit 21 reif für den Kindheitstraum

Wie der Vater und der Onkel im Rampenlicht: Katja Leiendecker wird Triers nächste Weinkönigin.

In der TV-Ausgabe vom 23. Oktober 2002 iat die kleine Katja groß rausgekommen: „Unsere Kita-Gruppe war auf Schnupperbesuch bei der Weinlese. Der Volksfreund-Fotograf hat Bilder gemacht, und ich war riesig stolz, als eins mit mir drauf in der Zeitung  erschienen ist.“ 16 Jahre später kommt sie noch größer raus. Am 1. August wird sie zu Triers 70. Weinkönigin gekrönt. Katja I., Nachname: Leiendecker. Da dürfte es bei vielen Trierern klingeln.  Ihr Vater ist Lothar Leiendecker, früherer Fußballprofi, Eintracht-Legende. Onkel Helmut (65)  ist ebenfalls ziemlich populär: Mundart-Lokalmatador, Chef der nach ihm benannten Band Leiendecker-Bloas.

Für Peter Terges (64), Chef der Vereinigung Trier-Olewiger Winzer, die seit 1949 Triers Weinkönigin auswählt und kürt, war sie aber auch ohne prominenten Familiennamen „eine Top-Besetzung“ fürs Ehrenamt: „Sie ist ein waschechtes Olewiger Mädchen und wollte immer schon Weinkönigin werden.“

„Stimmt!“, bestätigt Katja Leiendecker; „Auf frühere Nachfragen meinerseits hieß es aber, ich sei noch zu jung. Jetzt, mit 21, geht für mich ein Kindheitstraum in Erfüllung.“ Passenderweise zum Jubiläum, denn das nächste Weinfest ist das 70. und soll besonders groß gefeiert werden (siehe Artikel unten).

Die Majestät in spe weiß, dass sie in große Fußstapfen tritt. Vorvorgängerin Ninorta Bahno (27) war erste Syrerin im Amt einer Weinkönigin in Deutschland, was den Olewiger Winzern bundesweites Medienecho bescherte. Die amtierende Königin Bärbel Ellwanger (24) spricht fließend Chinesisch und sammelt damit im Karl-Marx-Jahr fleißig Pluspunkte für ihre Heimatstadt.

„Ich glaube, auch ich kann einen guten Job als Repräsentantin machen“, findet Katja Leiendecker. Was sie am Amt reizt: „Für mich schließt sich ein Kreis. Ich bin zwischen Weinbergen aufgewachsen und jogge dort regelmäßig. Und ich fühle mich dem Thema sehr verbunden. Ich liebe Wein, der ja ein wichtiger Bestandteil der regionalen Kultur ist. Hinzu kommt, dass die Weinstadt Trier gerade eine spannende Phase erlebt, die richtungweisend für die Zukunft ist. Wine in the City, das neue Veranstaltungsformat der City-Initiative Trier zum Beispiel, finde ich richtig toll und innovativ. Alles in allem: Ich freue mich schon sehr“, betont die Studentin (Grundschullehramt mit Germanistik und Katholischer Theologie) der Universität Koblenz. „Auch der Rest der Familie freut sich riesig. Wir alle – meine Frau Petra, unsere andere Tochter Linda und ich – stehen absolut  hinter ihr“,  versichert Vater Lothar.

Und wenn schon „Bloas“ (trierisch für Verwandtschaft, Sippschaft): Wie wäre es denn mit einem gemeinsamen Auftritt mit Onkel Helmut und seiner Band?  „Dazu wäre es tatsächlich fast gekommen. Nur klappt das in diesem Jahr leider terminlich nicht“, bedauert Hobbysängerin Katja Leiendecker: „Vielleicht schafft er es nächstes Jahr zum Fest nach Olewig und bittet dann die frisch gebackene  Ex-Königin zum Duett.“