Katze aus dem Sack

TRIER. Keine "große Lösung" für die Nachfolgegesellschaft zur Landesgartenschau: Statt einer eigenständigen GmbH mit umfassenden Aufgaben im Kulturbereich soll nun eine erweiterte Verwaltungs-Abteilung im Rathaus die Betreuung der öffentlichen Anlagen übernehmen.

Der bisherige LGS-Geschäftsführer Roman Schleimer kehrt in städtische Dienste zurück und soll sich nebenamtlich um die Vermarktung und die Veranstaltungen im ehemaligen Gartenschau-Sattelpark kümmern. Der Leiter des Grünflächenamtes, Franz Kalck, ist, gleichfalls nebenamtlich, für die Unterhaltung und Pflege verantwortlich. So ist zurzeit der Diskussionsstand zwischen Fraktionen und Verwaltung. Eine Nachfolge-GmbH bleibt nur als steuertechnisch notwendige Hülle bestehen, ohne eigenes Personal. Die ursprünglichen Pläne von Oberbürgermeister Schröer, die GmbH mit Schleimer an der Spitze zu einer eigenständigen Kultur- und Veranstaltungsmanagement-Zentrale für Trier zu machen, scheinen damit ad acta gelegt."Temporär rekrutieren"

Zumindest eine Idee ist übrig geblieben: Das städtische Kulturbüro soll zwar nicht ausgelagert, aber intern neu strukturiert werden. Die derzeitige Leiterin Elisabeth Dühr kann sich nach Schleimers Rückkehr an die Spitze des Kulturbüros ganz auf ihre Aufgaben als Leiterin des erweiterten Museums Simeonstift konzentrieren. Und auch die Tuchfabrik soll wieder stärker an das Kulturbüro angebunden werden. Völlig unklar ist bislang, wer innerhalb der neuen Truppe zusätzliche Aufgaben wie die Organisation des Kultursommer-Auftakts 2005 und vor allem die Vorbereitung der Trierer Beiträge zur "Kulturregion Luxemburg 2007" übernehmen soll. "Professionelle und verwaltungserfahrene Mitarbeiter" sollen laut schriftlichem Verwaltungskonzept "temporär rekrutiert", also per Zeitvertrag an die Stadt gebunden werden. Wo das Geld dafür herkommt, ist unklar. Die Stadtratsfraktionen warten unisono auf eine konkrete Vorlage der Verwaltung. Eine Mehrheit im Stadtrat hätte offenkundig die GmbH-Lösung bevorzugt. "Das wäre mir im Prinzip lieber gewesen", sagt UBM-Chef Manfred Maximini, "die GmbH hätte mir gut gefallen", betont sein FDP-Kollege Thomas Egger. "Wir hätten die große Lösung lieber gesehen, aber das war wohl nicht durchsetzbar", mutmaßt CDU-Vormann Berti Adams. Skeptisch gegenüber jeder GmbH-Lösung bleibt hingegen SPD-Ratsmitglied Peter Spang, egal ob "groß" oder "klein". Er sieht die Gefahr, "dass sich die städtische Kulturpolitik an Steuer-Sparmodellen ausrichtet". Und er hat Zweifel, ob es sich überhaupt lohnt, "da oben auf den Petrisberg ein großes Kulturprogramm anzubieten". Die Resonanz auf die Kultur-Angebote bei der Gartenschau gebe zu Skepsis Anlass. Egal, ob Gegner oder Befürworter: Die Fraktionen warten darauf, "dass Holkenbrink die Katze aus dem Sack lässt" (Egger) und sein Personalkonzept auf den Tisch legt. Erst dann wird endgültig entschieden.