"Katze laufen lassen"

Mein Haus ist seit 14 Jahren "Pflegestelle" für den Verein herrenloser Katzen. Der im Artikel genannte Betrag von 70 000 Euro beinhaltet nicht nur die medizinische Versorgung von 205 vermittelten Katzen, sondern auch die Kastration von fast 500 Katzen im Jahr 2006. Es wurde eine reinrassige Perserkatze im Lorscheider Wald gefunden.

Das Tier war total verfilzt und abgemagert. Die Finderin rief im Trierer Tierheim an. Dort wollte man das Tier nur gegen Zahlung von 80 Euro aufnehmen, weil es keinen Zuschuss von der VG gab. Die Finderin rief bei der VG an, der Sachbearbeiter gab ihr den Rat, das Tier einfach laufen zu lassen. Ich telefonierte mit ihm, und er erklärte mir den Unterschied zwischen Fund- und herrenlosen Katzen. "Eine Fundkatze hat immer ein Halsband an und dokumentiert damit, dass es einen Besitzer gibt." Die Katze landete bei mir in der Pflegestelle. Vier Wochen später lief in einem Ort der gleichen VG eine Katze mit "zwei Halsbändern", die von ihren Besitzern beim Umzug zurückgelassen worden war. Ich rief bei der VG an. "Wunderbar", sagte mir der gleiche Sachbearbeiter. "Wenn ein Besitzer seine Katze zurücklässt, zeigt er, dass er kein Interesse an ihr hat, somit ist sie herrenlos. Und für diese herrenlosen Tiere zahlt keine VG." Deswegen nimmt das Trierer Tierheim auch keine Landkatzen mehr auf. Gaby Spieles, Fell