Kaufhof will nicht weichen

TRIER. Im Herbst 2007 soll das 63 Millionen Euro teure Paulinus-Center fertig sein. Ab diesem Zeitpunkt wird der etablierte Trierer Handel mit einer Konkurrenz in 1A-Lage konfrontiert. Die beiden Trierer Kaufhof-Filialen werden nicht weichen, betonen deren Geschäftsführer. Im Gegenteil: Man freut sich auf eine glänzende Zukunft.

Ein Tourist, der zum ersten Mal seine Füße auf den Boden der Trierer Innenstadt setzt, sieht viele Dinge, die ihm mit Sicherheit im Gedächtnis bleiben. Die Porta Nigra. Den Dom. Die beiden nur einen Steinwurf voneinander entfernten Kaufhof-Häuser. Dieser Doppelpack mit Seltenheitswert wird durch ein Paulinus-Center, das in zwei Jahren zwischen Fleisch- und Zuckerbergstraße eine reine Verkaufsfläche von 13 000 Quadratmetern anbieten soll, nicht gefährdet - das betonen die beiden Kaufhof-Chefs Hans-Peter Schlechtriemen (Simeonstraße) und Jürgen Jacobs (Fleischstraße).Jede Menge Optimismus

Beide Herren strahlen im Gespräch mit dem TV jede Menge Optimismus aus. Kein Wunder: Das Geschäft brummt. "Wir erreichen seit Jahren kontinuierliche Steigerungen von Umsatz und Gewinn", betont Schlechtriemen. "Ich kann mich nicht daran erinnern, wann wir zum letzten Mal rote Zahlen geschrieben haben." Jürgen Jacobs, seit Ende Mai Geschäftsführer der Kaufhof-Galeria Fleischstraße, ergänzt: "Es kann überhaupt keine Rede davon sein, dass sich unsere beiden Häuser gegenseitig Konkurrenz machen." Die Metamorphose des Horten-Warenhauses in der Fleischstraße zur Kaufhof-Filiale im Jahr 1996 "hat sich für beide Häuser und damit auch für den Konzern als Vorteil erwiesen". Der Konzern - das ist die Metro Group, eines der weltweit größten Handelsunternehmen mit 2400 Standorten in 30 Ländern. Es wird von der Metro AG geführt. Mit an Bord sind neben der Galeria Kaufhof auch Praktiker, Saturn, Media Markt, Extra und Real. "Beide Trierer Filialen gehören im Ertrag zum Top-Ranking des Unternehmens", betont Schlechtriemen. Seit zwölf Jahren habe Kaufhof Trier keine betriebsbedingten Kündigungen aussprechen müssen - dieser Satz ist ein verbaler Seitenblick zum Nachbarn Karstadt, der aufgrund sinkender Umsätze und roter Zahlen Personalkürzungen nicht verhindern konnte (der TV berichtete). Beim Thema Personal strahlen beide Herren wieder. "Unsere Mitarbeiter sind unser Kapital", sagt Jürgen Jacobs. Das klingt nun doch zu sehr nach Standard-PR. Jacobs präzisiert: "Kaufhof fährt seit Jahren eine Qualifizierungs-Offensive. Nach außen und innen läuft ein kompletter Beurteilungs-Kreislauf bis zur Geschäftsführung." Schlechtriemen ergänzt: "Seit zwei Monaten greift ein neues Modell. Wir stocken die Manpower auf Aushilfsbasis weiter auf. Daraus kann, die wirtschaftliche Entwicklung vorausgesetzt, eine Vollzeit-Anstellung werden.""Beide Häuser werden profitieren"

Beide Geschäftsführer betonen unisono: "Wir fürchten uns nicht vor dem Paulinus-Center." Man erwartet eher ein weiteres Ansteigen des Umsatzes. "Die Innenstadt wird insgesamt attraktiver, die Brache wird endlich verschwinden", prognostiziert Jacobs. "Davon werden unsere beiden Häuser profitieren."