Kein Anschluss an diese Straße

LONGUICH-KIRSCH. Die Longuicher Gastwirtsfamilie Konsdorf kämpft weiter um eine Verkehrsanbindung ihres Landgasthofs "Zur Sang". Obwohl der über die Region hinaus bekannte Betrieb unmittelbar an der Bundesstraße 52 Trier – Hermeskeil liegt, führt nur ein asphaltierter Wirtschaftsweg zu ihm.

Das Gastronomiekonzept von Winfried Konsdorf und Sohn Simon kommt beim Publikum an, wie der tägliche Ansturm beweist. Allerdings ist die Anfahrt zu dem weit außerhalb von Longuich gelegenen Anwesen beschwerlich. Besonders für die zahlreichen Reisebusgruppen, die in der Saison den Landgasthof besuchen, gleicht der Weg zu Jägerschnitzel, Pommes und Viez einem Hindernisparcours. Zwei unbefriedigende Alternativen für Anfahrt

Es gibt für Busse zwei Alternativen: Entweder lenken die Fahrer ihre schweren Gefährte in Longuich-Kirsch auf einen schmalen Wirtschaftsweg in Richtung "Zur Sang" und riskieren im Wiederholungsfall ihren Führerschein, oder sie setzen ihre Fahrgäste auf einem der beiden Parkplätze an der B 52 unterhalb des Landgasthofs ab. Dort beginnt dann für die meist älteren Ausflügler ein mühsamer und riskanter Aufstieg über Trampelpfade, die vom Parkplatz zum Gasthof oder auf der gegenüberliegenden Seite zu einer Brücke über die B 52 führen. Inzwischen hat ein Reiseunternehmen die Zusammenarbeit storniert, weil die Busfahrer die Anfahrt verweigerten. Als die Konsdorfs 2003 ihren Betrieb eröffneten, führten noch befestigte Fußwege von den Parkplätzen hinauf. Doch dies änderte sich im Frühjahr 2004: Im Auftrag des Landesbetriebs Straßen und Verkehr (LSV) Trier rückten LKW mit Erdreich an und kippten die Fußwege an den Parkplätzen zu (der TV berichtete). Die Begründung lieferten die Landesstraßen-Verwalter mit: "Durch die Masse der Gaststättenbesucher sind die Parkplätze an der Schnellstraße zum Gefahrenschwerpunkt geworden. Insbesondere, weil viele Gäste zur Heimfahrt einfach über die vier Fahrspuren wenden." Inzwischen wurde die Situation an den Parkplätzen "entschärft". Weit durchgezogene Barrieren aus gelben Schwellen grenzen die Fahrbahnen ab. Wenden erscheint dort schwierig, soll aber noch immer vorkommen. Hans-Michael Bartnick vom LSV Trier: "Kürzlich habe ich dort selbst so ein gefährliches Wendemanöver beobachtet." Wie dem auch sei - auch nach Zuschütten der Fußwege bahnten sich die Gäste ihren Weg von den Parkplätzen zum Landgasthof. Inzwischen haben sich die besagten Trampelpfade gebildet. An eine Aufhebung der Fünf-Tonnen-Begrenzung für die gemeindeeigene Zufahrt von Longuich-Kirsch ist nicht zu denken. Der schmale Weg ist für eine größere Belastung, insbesondere durch Reisebusse, nicht ausgelegt. Vom LSV abgeschmettert wurden auch alle Versuche, wenigstens die Fußwege an den Parkplätzen wieder zu öffnen. In der Angelegenheit sprachen jüngst nochmals die Longuicher Ortsbürgermeisterin Kathrin Schlöder - "der Landgasthof ist ein Wirtschaftsfaktor in unserem Dorf" - und IHK-Hauptgeschäftsführer Arne Rössel beim LSV vor. Das Ergebnis war die Drohung, den Parkplatz "Zur Sang" ganz zu sperren. Wegen der ständigen illegalen Müllablagerungen sei ohnehin geplant, eine Reihe von Parkplätzen zu schließen. Winfried Konsdorf kommen die Zweifel. "Wenn sich nichts ändert, werden wir das Unternehmen mit inzwischen fast 50 Beschäftigten in dieser Konzeption nicht fortführen können. Die Folge wäre, dass alle ihren Arbeitsplatz verlieren", sagt er zum TV. Doch so weit muss es nicht kommen. Möglicherweise ist eine Lösung in Sicht: Von der Abfahrt der B 52 zur Mülldeponie verläuft auf der "Mertesdorfer Seite" parallel zur Bundesstraße ein Wirtschaftsweg. Ausgebaut könnte er bis zu der Brücke führen, die vor dem Gasthof die B 52 überquert und für 16 Tonnen zugelassen ist.LSV sieht Chance für Lösung des Problems

Hans-Michael Bartnick vom LSV hat diese Möglichkeit schon einmal "angedacht", wie er gegenüber dem TV erklärt. Auch Ortsbürgermeisterin Schlöder erkennt dort eine Möglichkeit unter der Voraussetzung, dass sich die Konsdorfs dabei finanziell engagieren würden.