Kein bisschen verzagt

Die katholischen Pfarreien in Ehrang, Pfalzel und Biewer sind seit September in einer Pfarreiengemeinschaft zusammengefasst. Der leitende Pfarrer, Jesuitenpater Siegmund Pawlicki, blickt trotz finanzieller und verwaltungstechnischer Herausforderungen optimistisch in die Zukunft.

Trier-Ehrang. Pater Siegmund Pawlicki, seit Ende Januar Pastor der katholischen Pfarrgemeinde St. Peter Ehrang, strahlt wie kurz vor seiner Amtseinführung Gelassenheit und Pragmatismus aus. "Nööh, ich bin nicht verzagt, überhaupt nicht", betont der gebürtige Norddeutsche.
Seit 1. September gehören die Ehranger Pfarrei St. Peter, St. Jakobus (Biewer) sowie St. Maria und St. Martin in Pfalzel auf bischöfliche Anweisung einer Pfarreiengemeinschaft mit 11 000 Katholiken an. Mit im Team sind die Hauptamtler Pfarrer Jonas Weber als Kooperator, der jahrelang die Geschicke in Pfalzel und Biewer lenkte, sowie Vikar Boniface Packiam, Diakon Wilhelm Kunzen und Gemeindereferentin Gertrud Rosenzweig aus Ehrang.
Wie sieht es künftig bei Taufen, Hochzeiten, Firmung, Kommunion und Gottesdiensten aus? "Da ändert sich überhaupt nichts!", versichert Pawlicki. Schließlich habe man bereits früher kooperativ in einigen Bereichen zusammengearbeitet. Daher könnten beispielsweise Ausflüge, Seniorenfahrten, kirchenmusikalische Aufführungen, Vorträge oder Wallfahrten künftig "viel einfacher bei Beibehaltung der Traditionen zu managen" sein, sagt Pawlicki.
Personell sei die Arbeit noch zu stemmen. Probleme in personeller und finanzieller Sicht erwarte er allerdings in einigen Jahren. Eine Herausforderung sieht Pawlicki in der Betreuung alter und einsamer Menschen, für die stadtteilübergreifend Konzepte entwickelt werden müssten. Ein Wohnprojekt für diese Menschen sei in Ehrang bereits ins Auge gefasst.
Finanziell blieben die einzelnen Gemeinden für ihren Grundbesitz selbstständig. Der laufende Betrieb werde über Schlüsselzuweisungen finanziert. Ein Kirchengemeindeverband trage die gemeinsame Vermögens- und Personalverwaltung wie etwa Heizölkosten.
"Wir müssen wirtschaftlich arbeiten und gucken, wo man sparen kann", kündigt Pawlicki an. Die Ehranger Kirche Christi Himmelfahrt bleibt daher aufgrund des maroden Dachs geschlossen. Auch im Personalbereich seien Stundenkürzungen in einzelnen Bereichen zu erwarten. Ob die einst sich nicht ganz grünen Stadtteile Ehrang, Pfalzel und Biewer als Pfarreiengemeinschaft künftig an einem Strick ziehen? Auch hier zeigt sich Pawlicki abgeklärt. "Was soll der Blödsinn? Ich finde, die Zeit der Konflikte zwischen den Dörfern ist vorbei. Das klappt schon!"