Kein Ende der Ermittlungen

Ein Jahr ist es mittlerweile her, dass sich das Verpuffungs-Unglück auf dem ehemaligen Munitionsdepot in Bitburg ereignete. Zwei junge Männer, die beim Umzug der Firma Ordtech halfen, starben damals an ihren schweren Verletzungen. Die Firma, die danach stark in der Kritik stand, hat sich nicht auf dem ehemaligen Militärgelände niedergelassen.

Bitburg. 5. Juli 2006. Ein Anruf der Polizei geht in der TV-Redaktion in Bitburg ein. Es ist früher Nachmittag. Einen Arbeitsunfall auf dem ehemaligen Munitionsdepot in Bitburg soll es gegeben haben. Die genauen Hintergründe und die Schwere des Unfalls sind zu diesem Zeitpunkt noch völlig unklar. Beim Eintreffen der TV-Reporter auf dem ehemaligen Militärgelände hebt gerade ein Rettungshubschrauber ab. Nach und nach kommen ein paar Informationen ans Tageslicht: Zwei junge Männer schweben in Lebensgefahr. Sie haben der Firma Ordtech bei ihrem Umzug von Luxemburg nach Bitburg geholfen, als plötzlich ein Behälter mit Magnesium verpufft ist. Die beiden Männer waren in unmittelbarer Nähe und standen sofort lichterloh in Flammen.

Viele Fragen tauchen auf

Während in den Tagen nach dem Unglück viele Fragen auftauchen, um welche Art Firma es sich bei "Ordtech" handelt und was sie im Bitburger Wald herstellen möchten, kommt die traurige Nachricht: Die beiden Arbeiter sind an ihren schweren Verletzungen gestorben.

Die Firma Ordtech verkündet auch nach dem tödlichen Zwischenfall, an ihren Plänen festzuhalten. Sie will in Bitburg eine Produktionsstätte für Flugzeug-Schutzsysteme gegen radargelenkte Raketen, Gummigeschoss-Patronen und Vergrämungsmittel für Tiere errichten.

Arbeit mit hoch explosiven Stoffen

Mit hoch explosiven Stoffen soll dort gearbeitet werden. Ordtech-Betriebsleiter Werner Scherer kündigt gegenüber dem TV an, dass im August bei der Kreisverwaltung eine Genehmigung beantragt werde. "Uns liegt nichts vor. Und so wie es aussieht, wird da auch nichts mehr kommen", sagt Rudolf Müller, Pressesprecher der Kreisverwaltung Bitburg-Prüm ein Jahr nach dem Unglück. Scheinbar ist der öffentliche Druck nach dem Unglück auf die Firma, die von sich behauptet, keine Rüstungsfirma zu sein, zu groß.

Die Ermittlungen, wie es zu der Magnesium-Verpuffung kommen konnte, sind auch ein Jahr danach noch nicht abgeschlossen. Die Kriminalpolizei hat das Verfahren an die Staatsanwaltschaft Trier abgegeben. Auch die Justizbehörde tappt weiterhin im Dunkeln, noch sind nicht alle Sachverständigengutachten ausgewertet.

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