Kein Fest für Trunkenbolde

Der Feller Markt ist ein Traditionsfest, zu dem an diesem Wochenende Tausende von Besuchern erwartet werden. Damit alle Gäste das Fest genießen können, soll erneut ein Präventions-Paket für einen ruhigen Verlauf sorgen. Das Konzept findet landesweit Beachtung.

Fell. (kat) "Wir haben im Vorfeld miteinander gesprochen", sagt Dieter Wiegandt, stellvertretender Leiter der Polizeiinspektion Schweich. Was banal klingt, ist der Schlüssel zum Erfolg des "Präventions-Modells Feller Markt".

Vertreter von Polizei, Jugendschutz, Ordnungsamt und Arbeitsgemeinschaft (Arge) Feller Markt haben gemeinsam Maßnahmen überlegt, die zu einem friedlichen Ablauf des Feller Markts beitragen könnten. "Grundvoraussetzung ist, dass der Veranstalter offen ist und mitmacht", sagt Wiegandt. Dies sei bei der Arge gegeben. Man habe zwischen Auflagen der Behörden und Wünschen des Festveranstalters verhandelt.

Wiegandt, Dirk Marmann, Jugendpfleger der Verbandsgemeinde Schweich, und Sascha Hammes vom Ordnungsamt stellen vor, zu welchem Ergebnis sie gekommen sind.

Security-Leute werden beim Feller Markt anwesend sein, während der Weinprobe am Freitag dürfen keine Gläser mit auf den Vorplatz genommen werden, um 3 Uhr nachts ist Sperrstunde, umliegende Plätze und Gebäude gehören zum Festbereich, in dem der Veranstalter Hausrecht hat. Zudem wird es die Aufklärungskampagne "Dont drink too much - Stay Gold" geben.

Diese ist eine Initiative der polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes. Dazu gehört, dass Dirk Marmann am Feller Markt schockierend-schöne Bierdeckel unter das feiernde Partyvolk bringen wird.

Auf den zwei Seiten des Bierdeckels sind die Folgen des genussreichen und des exzessiven Alkoholkonsums deutlich gemacht. "Mit der Aktion kommen wir mit den Jugendlichen ins Gespräch. Sie setzt auf Feiern mit Genuss und Verstand", sagt Marmann.

Nachdem 2006 der Feller Markt wegen Alkoholexzessen und aggressiver Festbesucher in die Schlagzeilen geraten war, hatten die Verantwortlichen gehandelt. Die anfänglichen Bedenken der Festveranstalter, das Image des Festes könne leiden, hat sich komplett zerschlagen.

Im Gegenteil: "Der Feller Markt gilt landesweit als vorbildlich!", sagt Marmann. Auf einer Fachtagung der Jugendschutzbeauftragten in Mainz hatte Christine Schmitz, die Jugendschutzbeauftrage des Kreises Trier-Saarburg, das "Modell Feller Markt" vorgestellt. "Die Reaktionen waren durchweg positiv", sagt sie.

Zweimal hat das Konzept schon Nachahmer gefunden: In der Verbandsgemeinde Schweich haben sich die Präventionsmaßnahmen beim Fest der Römischen Weinstraße und auch bei der Viezparty in Klüsserath genauso bewährt.

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