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Kein Feuerwerk ohne Feuerwehr

Kein Feuerwerk ohne Feuerwehr

Tausende von Feuerwerkskörpern steigen in der Silvesternacht zur gleichen Uhrzeit in die Lüfte. Da ist es ein beruhigendes Gefühl, zu wissen, dass im Notfall die Feuerwehrmänner ausrücken. Sven Ney ist einer von ihnen. Für seinen Einsatz verzichtet er auf eine private Silvesterfeier.

Trier. (alo) An Silvester feiert die ganze Welt - meist mit Feuerwerksraketen, China-Knallern oder Wunderkerzen. Bei so vielen potenziellen Brandquellen steht die Feuerwehr auf Abruf bereit. So wie Brandoberinspektor Sven Ney von der Berufsfeuerwehr Trier, den an Silvester von 8 Uhr morgens an eine 24-Stunden-Schicht erwartet. Wie schon im Jahr zuvor.

Gedanken darüber, was ihn an diesem Tag erwartet, macht sich Ney nicht. "Tatsächlich nimmt erfahrungsgemäß die Einsatzhäufigkeit kurz vor Silvester zu. Dabei handelt es sich aber vor allem um Rettungseinsätze und Krankentransporte", sagt Ney. Kurz vor der Feier würden Patienten aus Krankenhäusern entlassen, um mit ihrer Familie zusammensein zu können. Daher gehören zu den Aufgaben der Rettungskräfte häufiger als sonst medizinische Routinen wie Katheterwechsel oder Dialysen.

"Außerdem steigen ab 12 Uhr mittags Schlägereien und Unfälle rapide an", sagt Ney. Schuld daran sei vor allem der hohe Alkoholkonsum.

Feierliche Atmosphäre auf der Wache



Ob es aber an diesem Abend mehr Brände gebe, lasse sich dagegen überhaupt nicht vorhersagen. "Letztes Jahr hatten wir nachts einen Kaminbrand in Kürenz und haben uns per Funk auf der Ostallee ein Frohes Neues gewünscht. Die Jahre davor war es jedoch ruhig. Wir nehmen einfach, was kommt", scherzt Ney, der im Falle des Falles als Einsatzleiter an Ort und Stelle wäre.

Sowohl an Weihnachten als auch an Silvester schaffen sich die Mitarbeiter der Wache am Barbara-Ufer eine feierliche Atmosphäre. "Wir rücken die Tische zusammen und kochen gemeinsam - nicht wie sonst Spaghetti Bolognese, sondern eher feinere Gerichte, oft machen wir auch Raclette oder Fondue."

An Heiligabend müssen die Jüngsten in der Schicht traditionell Gedichte aufsagen. Selbst beim sonst strikten Alkoholverbot wird eine kleine Ausnahme gemacht: Punkt Mitternacht ist ein Schluck Sekt zum Anstoßen erlaubt. "Mehr aber nicht, schließlich haben wir dann noch acht Stunden Dienst vor uns."

Der 33-Jährige Feuerwehrmann ist verheiratet, hat aber keine Kinder. Das macht es ihm einfacher, an Feiertagen zu arbeiten. Seine Frau wird mit der Familie feiern, kurz nach Mitternacht werden sich die beiden zum Neujahrsgruß anrufen. Trotzdem wäre es ihm natürlich lieber, zu Hause zu feiern. "Aber das gehört zum Job mit dazu, so etwas weiß man vorher. Und am nächsten Morgen bin ich ja wieder da."