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Kein Gegensatz: Experimentierfreudig und der Tradition verpflichtet

Kein Gegensatz: Experimentierfreudig und der Tradition verpflichtet

TRIER-EHRANG-QUINT. Das Blasorchester Ehrang 1953 ist ein Faktor, der im kulturellen Gesellschaftsleben von Ehrang-Quint nicht wegzudenken ist. Mit seinen 40 aktiven Musikern wird sich die Kapelle am Samstag, 7. Januar, mit dem Neujahrskonzert von ihrer besten Seite präsentieren.

Unter dem Vorsitz von Wolfgang Naber ist ein vorbildlicher Verein gewachsen. Die erklärten Ziele sind neben der Jugendausbildung die aktive Teilnahme am Gemeindeleben und dessen Mitgestaltung. Umgesetzt wird dies durch Spiel und Spaß bei Proben und Auftritten, bei Vereinsfahrten, Wanderungen, Zeltlagern und anderen gemeinsamen Aktivitäten. So wird generationsübergreifend nicht nur die Freude am Musizieren für sich und andere vermittelt, sondern auch das Bewusstsein für Kommunikation und Sozialkontakt gefördert. Das Blasorchester tritt mit seinem dynamischen Programm regelmäßig an die Öffentlichkeit, ist experimentierfreudig und sucht neue Wege. Dabei wird die Tradition nicht vernachlässigt. Auf diesem Wege wird dem Publikum erfolgreich ein vielfältiges, breit gefächertes und anspruchsvolles Repertoire geboten. Ortsvorsteher Günther Merzkirch lobend: "Ganz besonders freut es mich, dass sich im Verein viele Jugendliche engagieren. Dies ist in der heutigen Zeit nicht mehr selbstverständlich." Tatsächlich kann sich das Blasorchester seines Nachwuchses erfreuen, denn im Orchester sind bereits 15 Mädchen und Jungen unter 18 Jahren integriert. In der Ausbildung befinden sich derzeit weitere zehn Kinder. "Es ist festzustellen, dass es gerade Musikvereine in der heutigen Zeit immer schwerer haben, Jugendliche für das Erlernen eines Instrumentes zu begeistern", stellt der Vorsitzende Wolfgang Naber fest. Die Ausbildung an einem Instrument sei zunächst anspruchsvoll und ohne wirkliche "Action", ein Anspruch, den viele Jugendliche heute an ein Hobby stellen würden. Naber: "Aber ist die Ausbildung erst absolviert, dann zeigt sich, welche positiven Aspekte der Einzelne in die Gruppe einbringen kann." Deshalb appelliert das Blasorchester an alle Bürgerinnen und Bürger und bittet um aktive und inaktive Mitgliedschaft. "Bieten Sie Ihren Kindern und Enkelkindern eine sinnvolle und fordernde Freizeitbeschäftigung, indem Sie ihnen das Erlernen eines Instrumentes ermöglichen", fordert der Vorsitzende. Dadurch und durch die Mitgliedschaft im Blasorchester könne jeder einen sinnvollen Beitrag zu einer ausgewogenen und breit gefächerten kulturellen Infrastruktur in Ehrang-Quint leisten. Die Kameradschaft und das gute Miteinander im Verein sind stimmig. Sie können aber nur dadurch gewährleistet werden, weil der Vorstand grundsätzlich auf Vorschläge und Anregungen der Aktiven eingeht. Sie werden im Rahmen einer modernen Vereinsführung umgesetzt. Das "Blasorchester" hat keinen antiquierten Ruf. Durch ein vielfältiges und breit gefächertes, anspruchsvolles Repertoire wissen die "Ehriker" sich dieses Vorurteils zu wehren. Der musikalische Leiter, Andreas Kallenborn: "Wir bewegen uns immer am Puls der Zeit, ohne dabei Traditionelles zu vernachlässigen." So sind von der Kapelle traditionelle Marsch- und Polkamusik à la "Wien bleibt Wien", "Klänge aus dem Alpenland" über Abba bis hin zum "Anton aus Tirol" zu hören. Für die Mitglieder bedeutet "Blasorchester" aber nicht nur Marschmusik und Polkas, Fronleichnamsprozession oder Volkstrauertag. "Blasorchester" in Ehrang-Quint bedeutet in den Augen der Musiker vielmehr: aktive Teilnahme am Gemeindeleben und dessen Mitgestaltung, Spiel und Spaß in Proben, bei Auftritten und allen anderen gemeinsamen Aktivitäten. "So ist es in einer Zeit, die von Anspruchsdenken an Staat und Gesellschaft geprägt ist, die wichtige Aufgabe der kulturtragenden Vereine, in der Bevölkerung wieder mehr Gemeinschaftssinn zu wecken und zu stärken", sagt Naber. Es müsse sich aber hierzu der Einzelne aus seinem bequemen "Multi-Media-Dunstkreis" lösen. "Dieses Bewusstsein zu schaffen, ist uns ein Anliegen", sagt der Vorsitzende. Mit Fanfarenklängen wird das Blasorchester am Samstag, 7. Januar, um 19.30 Uhr sein Konzert in der Turnhalle der Grundschule St. Peter, Oberstraße, eröffnen.