Kein Geld für die Halle

FILSCH. (LH) Filsch und Tarforst sind sich nicht unbedingt grün. Es sind aber weniger die Bürger aus den beiden Stadtteilen, als vielmehr die politischen Protagonisten, die gelegentlich auf den Putz hauen. Bei der jüngsten Ortsbeiratssitzung in Filsch schlugen die Wogen zwar nicht haushoch, aber an klaren Worten gen Tarforst mangelte es nicht.

"Man will uns aus der Halle rausmobben", vermutet Filschs Ortsvorsteher Karl-Josef Gilles (FDP) und gebraucht in der Ortsbeiratssitzung im "Filscher Häuschen" markige Worte: Die Art und Weise, wie der Nachbar mit den Filschern umgehe, sei "nicht zuträglich für eine gute Nachbarschaft", kommentierte der Filscher Ortschef die Tarforster "Kirchturmspolitik". Den neuerlichen Wirbel um die geplante Mehrzweckhalle der Grundschule Tarforst ausgelöst hatte Tarforsts Ortsvorsteher Marcellus Gehlen, in dem er keinen Hehl daraus machte, wie es sich eine künftige Nutzung der Halle vorstellt (der TV berichtete). Bis dahin schien das Thema so gut wie gegessen, denn der Filscher Ortsbeirat hatte in seiner Sitzung vom 8. November 2004 eine finanzielle Beteiligung an dem Tarforster Hallenprojekt beschlossen, falls eine Mitbenutzung durch Filscher Vereine oder Gruppen gesichert sei. Diese Zusage wurde jetzt gekippt, zumindest aber auf Eis gelegt: Einstimmig sprachen sich die neun Filscher Ortsbeirats-Mitglieder dafür aus, die Zusage der teilweisen Mitfinanzierung "bis auf Weiteres auszusetzen". "Wir sind doch keine unterwürfigen Bittsteller", sagte Gilles. Rückendeckung kam von Peter Kritzke, der in der Stadt Trier einen weiteren Gegner erkannt haben wollte: "Die Stadt will überhaupt keine anderen wettkampffähigen Hallen als die Arena." Valentin Weber rief dazu auf, sich erst gar nicht um eine 1,5 Meter kleinere oder größere Halle zu streiten. Diese "typisch Trierer Planung" sei "regelrechter Schwachsinn". Die ganze Diskussion mit Tarforst sei "keine Basis für Gemeinsamkeiten", wetterte Norbert Lambertz. Unmut wurde auch gegenüber Irsch, dem anderen Filscher Nachbarn, geäußert. Bei der Diskussion um den Inhalt von im TV erschienenen Leserbriefen von Irschs Alt-Ortsvorsteher Erwin Berg wollte Karl-Josef Gilles zwar "kein Öl ins Feuer gießen", verstehen könne er das Ganze aber nicht. Berg sei "zu weit gegangen. Für mich ist die Angelegenheit erledigt." Immerhin sei der Leserbrief des Ortsbeirates von Filsch "sehr sachlich" gewesen.Ausbau des Dorfplatzes geht weiter

Beim weiteren Ausbau des Dorf- und Festplatzes sieht der Ortsbeirat "langsam aber allmählich" die finanziellen Felle wegschwimmen. Gilles: "Ich habe Angst, dass das Geld irgendwann weg ist." Dann werde bestraft, wer sparsam sei. Hintergrund ist, dass Mittel der Ortsteil-Budgets 2002 und 2003 aufgespart wurden, um den Ausbau möglichst en bloc durchzuziehen. Jetzt will der Ortsbeirat aber nicht länger warten, bis das nötige Geld zusammen gekommen ist, sondern in Abschnitten handeln. Einstimmig wurde beschlossen, die geforderte Leitplanke, den Holzzaun, die Hütte sowie den Wasseranschluss in Auftrag zu geben. Priorität habe die Sicherung. Wenn das Geld reiche, solle auch ein Stromanschluss gelegt werden. Drei Ortswappen zieren seit einigen Tagen die Ortseingänge von Filsch. Vor der Sitzung enthüllte Gilles aus Beton gegossene Tafeln, die von der Trierer Künstlervereinigung entworfen und hergestellt wurden. Zu sehen sind auf den Ortswappen die Heilige Luzia (Pfarrpatronin), Ähren als Symbol für Ackerbau und Landwirtschaft, ein Rad (für das Filscher Handwerk) und eine Traube für den Weinbau, der 2001 eingestellt wurde. Verewigt wurde ferner das Gründungsjahr von Filsch, das Jahr 973.