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Kein Halleluja: Solar-Müllschlucker in Trier sind abgebaut worden

Müllentsorgung : Kein Halleluja mehr vom Solar-Müllschlucker in Trier (Video)

Die beiden innovativen Abfallpressen auf dem Petrisberg und an der Ecke Glockenstraße/Simeonstraße sind wieder abgebaut worden. Und das hat anscheinend nichts mit ihrem Applaus oder Lobgesang zu tun.

Die Zeiten, in denen sich Abfallbehälter am Aussichtspunkt auf dem Petrisberg und an der Ecke Glockenstraße/Simeonstraße mit Applaus oder einem gesungenen Halleluja für die ordnungsgemäße Entsorgung von Verpackungen und anderem Müll bedankt haben, ist vorbei. Das Amt Stadtraum hat die vor rund einem Jahr testweise aufgestellten „Solar-Pressen“ wieder abgebaut.

Das Experiment habe sich nicht bewährt, bestätigt das Rathaus eine Meldung des Südwestrundfunks. Gemeint sind damit nicht die verwunderten Blicke der Passanten angesichts der klangvollen Reaktion der großen Metallboxen. Und auch nicht vermeintliche Beschwerden von Anliegern über die ständig wiederholende, lautstarke Lobpreisung. Das Ende der mit Solarenergie betriebenen Müllschlucker liegt viel mehr an deren Fähigkeit, mit einer integrierten Presse den Müll zu komprimieren.

Applaudierende Müllschlucker für umweltbewusste Trierer

Im Alltag habe sich gezeigt, dass der gepresste Müll der 120 Liter fassenden Behälter mit bis zu 50 Kilogramm zu schwer für die gängige Müllabfuhr gewesen sei. Zudem seien Behälter nicht so zuverlässig wie erwartet.

„Wenn wir die Behälter sinnvoll einsetzen wollen, brauchen wir eine eigene Infrastruktur und Logistik, wie zum Beispiel Fahrzeuge mit Hubeinrichtungen“, sagt Jürgen Feltes, der beim Amt Stadtraum für die Stadtreinigung zuständig ist. Deren Beschaffung lohne sich aber für nur zwei Behälter nicht.

Ob sich ein flächendeckender Einsatz der modernen Solarpressen gegenüber herkömmlichen Abfallbehältern lohne und sich durch den Einsatz dann ein Einspareffekt ergebe, müsse man zunächst mit einem Konzept prüfen. „Bis dahin werden weiterhin die herkömmlichen Abfallbehälter eingesetzt“, heißt es aus dem Rathaus. Die Option, mit kleineren Solar-Pressen zu arbeiten, stellt sich nach Auskunft des Amtes nicht. Es gebe keine kleineren Varianten.