Kein Interesse an der Jugendvertretung Pluwig

Kein Interesse an der Jugendvertretung Pluwig

Sind sie politik- oder wintermüde? Diese Frage stellte sich jüngst in Pluwig weil nur vier der insgesamt 140 betroffenen jungen Leute zur Wahl der neuen Jugendvertretung ins Bürgerhaus gekommen sind. Die Wahl wurde verschoben, im Frühjahr soll es einen neuen Anlauf geben.

Pluwig. "Hey, wir sind für euch da und setzen uns für euch ein", steht auf dem hellblauen Handzettel, mit dem sich Dennis Berens (23) und Stefanie Jakobs (17) als Jugendvertreter 2010 bis 2012 vorgestellt hatten. Das war vor zwei Jahren, und eigentlich sollten die beiden ihr Amt jetzt weitergeben.
Kaum Interesse an Neuwahl


Doch Fehlanzeige. Neben ihnen waren nur Kim Thielen (21) und Simon Berens (13) zur Neuwahl im Bürgerhaus erschienen. Sowie die Organisatoren, Ortsbürgermeister Wolfgang Annen, stellvertretend für die Gemeinde und Julia Eiter, Jugendpflegerin der Verbandsgemeinde Ruwer.
Insgesamt betrifft die Wahl der Jugendvertretung in Pluwig rund 140 junge Leute im Alter von 13 bis 22 Jahren: 13- bis 20-Jährige dürfen wählen, 15- bis 22-Jährige können gewählt werden. "Die Jugendvertretung ist das Sprachrohr der jungen Bürger im Gemeinderat", sagte Annen. Junge Leute betrachteten die Dinge oft aus anderer Sicht, wovon der Rat, der manchmal auch betriebsblind sei, profitiere, meinte der Ortschef.
Aber die Jugendvertretung ist nicht nur ein Gewinn für die Gemeinde, sondern auch für die engagierten Teenager und jungen Erwachsenen persönlich: "Man lernt viel", sagt Stefanie Jakobs rückblickend. Sie könne sich nun eher ein Bild von Politik machen und auch in der Schule seien ihr die Erfahrungen nützlich gewesen. "Etwa beim Thema Raumordnung im Erdkundeunterricht", sagt die 17-Jährige.
Auf der Plusliste kann die Jugendvertretung auch einen Riesenerfolg verbuchen: Unter anderem durch ihren Einsatz konnte der Nachtbus auf der Strecke Trier-Waldrach-Pluwig erhalten werden (der TV berichtete).
Jetzt soll noch einmal für eine neue Wahl geworben werden: "Sprecht auch gezielt Jugendliche im Bus an", gab Julia Eiter den vier jungen Leuten mit auf den Weg.
Im Frühjahr, der genaue Termin steht noch nicht fest, nehmen Gemeinde und Jugendpflege einen zweiten Anlauf: "Die Jugendvertretung liegt uns sehr am Herzen", betonte Ortsbürgermeister Annen.

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