Kein Mittel der Wahl

Menschen, die sich in die Fremde aufmachen, Familie und Freunde zurücklassen und dafür auch noch viel Geld an Schlepperbanden zahlen, tun dies nicht, weil es ihnen zu Hause so gut gefällt. Selbst, wenn nicht lebensbedrohliche Gründe den Ausschlag für die Flucht gegeben haben, sind diese Menschen nur schwer zur Rückkehr zu bewegen.

Besonders, wenn sich sie sich bereits jahrelang hier eingelebt haben, bevor Behörden ihre Ablehnung entscheiden. Die Asylanten durch unwürdige Lebensbedingungen mürbe zu machen, darf allerdings nicht das Mittel der Wahl sein. Zum einen ist diese Strategie offensichtlich erfolglos: Nur 31 von 200 Menschen sind in ihre Heimat zurückgekehrt. Die Kosten für die Einrichtung stehen dazu in keinem Verhältnis. Aber es gibt noch einen viel essenzielleren Grund, das Lager zumindest nicht in dieser Form weiterzuführen: Nimmt man Menschen, die sich nichts zu Schulden haben kommen lassen, als ihren Wunsch nach besserer Zukunft, jeglichen Lebenssinn, degradiert man sie zu Gegenständen staatlichen Handelns. Und das verbietet unser Grundgesetzes. c.wolff@volksfreund.de