Kein neuer Flachdachbau

Grundlegend ändern wird sich die Nachbarschaft des alten Ehranger Bahnhofs: Eine schicke Wohnanlage statt des Lebensmittelmarkts. Mit einem wichtigen Detail der Pläne ist der Ortsbeirat aber nicht einverstanden.

Trier-Ehrang Die Tage des Edeka-Marktes neben dem Ehranger Bahnhof sind gezählt. Ende dieses Monats, so war in der jüngsten Sitzung des Ortsbeirats Ehrang-Quint zu vernehmen, schließt das Geschäft seine Pforten. Besonders für ältere Bewohner des Viertels entsteht dadurch eine Versorgungslücke, die erst im Herbst mit der Eröffnung des neuen Zentrums an der B 422 geschlossen werden kann. Laut Ortsvorsteher Thiébaut Puel ist für diese Zeit aber schon vorgesorgt: Ein mobiler Lebensmittelhandel, der auch die Heide versorgt, wird regelmäßig die Ehranger Straße anfahren. Es gibt auch schon Hinweiszettel/Plakate über die entsprechenden Zeiten.
An der Stelle des ehemaligen Edeka-Marktes plant ein Investor eine größere Wohnanlage. Dem Amt für Bauen, Umwelt und Denkmalpflege liegt eine entsprechende Bauvoranfrage vor. Der eingereichte Entwurf umfasst den Abriss des Anwesens Ehranger Straße 9 (Edeka Markt) und die Errichtung eines dreigeschossigen Wohngebäudes mit Tiefgarage und Flachdach.
Das vorgesehene Flachdach wird jedoch von der Verwaltung abgelehnt, denn der alte Edeka-Flachbau soll in dem denkmalgeschützten Umfeld nicht durch den nächsten Flachbau ersetzt werden. Die Stadt hat deshalb eine Gestaltungssatzung ausgearbeitet, die Matthias Schuhmacher vom Stadtplanungsamt dem Ortsbeirat erläuterte. Schuhmacher: "Diese Satzung ist im Prinzip eine einfache Sache, es geht nur um die Dachgestaltung." Ein Flachdach an dieser Stelle würde der vorhandenen historischen Gebäudelandschaft widersprechen, die von geneigten Dächern geprägt sei. Dazu im Detail: Der denkmalgeschützte ehemalige Personenbahnhof Ehrang wurde 1870 eröffnet und hat zusammen mit dem Güterbahnhof und der Eisenbahnersiedlung die Entwicklung des Stadtteils wesentlich geprägt. Das im Historismus und Jugendstil erbaute Bahnhofsensemble besitzt eine markante Satteldachlandschaft. Direkt gegenüber steht mit der evangelischen Kirche von 1930 eine weiteres Denkmalensemble mit Walmdach. Hinzu kommen im gesamten Bahnhofsumfeld repräsentative Häuser im Stil der Reformarchitektur, die mit Sattel-, Walm- und Mansardendächern ausgestattet sind.
Schuhmacher: "Ziel der Gestaltungssatzung ist es, diese einheitlichen Grundelement der Dachlandschaft zu sichern." Für den Ortsbeirat stand die einstimmige Zustimmung zu der Satzung außer Diskussion. Das anwesende Stadtratsmitglied Berti Adams wies darauf hin, dass sich auch schon der Bauausschuss einstimmig dafür ausgesprochen habe. Als nächstes Gremium hat der Stadtrat das Wort. Auch dort dürfte die Entscheidung eindeutig zu Gunsten der historischen Dachlandschaft an der Ehranger Straße ausfallen.