Kein Stillstand im Trierer Westen

Kein Stillstand im Trierer Westen

Bürgermeisterin Angelika Birk, Wirtschaftdezernent Thomas Egger und nun Baudezernentin Simone Kaes-Torchiani: Der Ortsbeirat Trier-West/Pallien lädt der Reihe nach die Beigeordneten ein, um über ihre Planungen im Stadtteil zu berichten. Thema der jüngsten Ortsbeiratssitzung: der Masterplan.

"Ich habe mich von Anfang an in Trier-West verliebt", gesteht Simone Kaes-Torchiani. Daher habe sie den Masterplan für den Stadtteil vorangetrieben. "Jetzt haben wir eine Vision, wie man den Stadtteil entwickeln kann", sagt die Baudezernentin. Der Ortsbeirat sei "hellauf begeistert" von der Planung, betont Horst Erasmy (CDU), stellvertretender Ortsvorsteher. Doch die Bürger würden unruhig, weil nichts Sichtbares passiere.

Verlagerung der B 51 ist zentrales Problem



"Zurzeit haben wir Stillstand", sagt Erasmy. Als Beispiel nennt er das Studentenwohnheim in der Gneisenaustraße, dessen Baubeschluss kurzfristig von der Tagesordnung der jüngsten Ortsbeiratssitzung gekickt wurde, den Innenbereich der Kaserne, das Bahnausbesserungswerk und das Eybl-Bobinet-Gelände.

Kaes-Torchiani widerspricht: Im Rathaus werde an der Umsetzung gearbeitet, "das merken Sie nur nicht. Das hat alles Wirkung gezeigt", ergänzt sie und hält eine Karte von Trier-West hoch, übersät mit roten Punkten. Das seien alles Flächen, für die sich Bauherren interessieren. "Ende des Jahres werden erste Investoren da sein."

Doch es gibt viele Hürden. "Die Verlagerung der Bundesstraße 51 wird die Stadt nie alleine schultern können. Da muss das Land mit ins Boot, etwa mit Städtebauförderungsmitteln." Dazu müsse jedoch erst der Ausbau der B 422 in Ehrang abgeschlossen sein. "Dann dürfen wir ein neues Gebiet ausweisen", sagt Kaes-Torchiani. Zudem müssten Planungen her. Der Auftrag sei vergeben, die Untersuchung soll 2011 abgeschlossen werden. Denn ohne detaillierte Planung zum Verlauf der B 51 könnten Gebiete wie an der Bahnrampe zwischen Hornstraße und der Auffahrt zur Bahnbrücke nicht entwickelt werden. Dort will ein Investor ein Ärztehaus errichten, kommt aber nicht zum Zug (der TV berichtete). Auch müsse eine neue Bodenordnung die Eigentumsverhältnisse regulieren, sagt Kaes-Torchiani. Der Stadt gehörten jedoch nur wenige Flächen, so dass Umlegungen im Bereich Römerbrücke anstünden. Die Stadt arbeite beim Masterplan an "ganz vielen Puzzleteilen", sagt die Baudezernentin, und "es setzt sich langsam zusammen. Bald werden auch Sie ein Bild sehen. Ich kann versichern: Wir sind auf einem guten Weg!"

Positiv sieht Kaes-Torchiani die Fortschritte im Gneisenaubering. "Wir schließen zurzeit die Verträge mit dem Studierendenwerk." Da gehe es auch um Mietpreise. Im April sollen die Planungen in den Stadtrat. Im Gebiet sollen möglichst viele Parkplätze ausgewiesen werden, "ohne das Gebiet zuzubetonieren". Für die Sanierung des Innenbereichs müsste der städtische Wohnbedarfsplan fertig sein, ergänzt Stadtplaner Simeon Friedrich. Dann könne die Umsetzung erfolgen - aufgrund der finanziellen Lage der Stadt nur in Abschnitten.

Kritik hagelte es bezüglich der dritten Fahrspur der Bitburger Straße. Der Ortsbeirat befürchtet zusätzlichen Verkehr. Laut Untersuchungen würde es in Spitzenzeiten morgens bis 100, nachmittags bis 50 Autos - und damit rund fünf Prozent mehr Verkehr - in Kölner und Bonner Straße geben, sagt Kaes-Torchiani. "Es kommt aber nicht zu Verschlechterungen", verspricht sie. In der Planung sei auch vorgesehen, Linienbusse an der Ampel zu bevorzugen. "Langfristig schwebt uns ein Park-and-Ride-System vor." Extra Mit 5000 Euro bezuschusst der Ortsbeirat die Umsetzung des Stadtteilhausmeister-Konzepts im Gneisenaubering. Dort sollen zwei Langzeitarbeitslose als Hausmeistergehilfen Wohnanlage, Außenbereich und Gemeinflächen in Ordnung halten. (mehi)

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