Kein Verständnis

Zum Bericht und Kommentar über die Debatte zur Schuleingangsuntersuchung im Kreistag (TV vom 20. Februar) folgende Zuschrift:

Mir ist schleierhaft, warum - wie Herr Follmann kommentiert - Feindbilder aufgebaut werden, wenn man eine volkswirtschaftlich und ökologisch fragwürdige Regelung in Frage stellt, so wie es die SPD-Kreistagsfraktion beim Thema Schuluntersuchung getan hat. Worin bitteschön soll der Sinn liegen, dass die Eltern der Erstklässler von 99 Gemeinden mit ihren Kindern ins Gesundheitsamt/Krankenhaus zur Schuluntersuchung fahren, anstatt dass sich ein paar Amtsärzte in die Grundschulen begeben. Die meisten Eltern werden/müssen diese Fahrt mit dem Auto machen. Nur mal so geschätzt: Nehmen wir pro Gemeinde 30 Kinder und 15 Kilometer einfache Fahrstrecke an, dann kommen so 89 000 Autokilometer zusammen (zweimal um die Erde) - kostet circa 26 000 Euro, Kohlenstoffdioxid und viel Zeit. Dem stehen angebliche Einsparungen des Kreises von 14 000 Euro gegenüber. Und von wegen bessere medizinische Versorgung. Wenn sich die Untersuchungsmethoden in den letzen Jahren nicht grundlegend geändert haben, dann ist für den "Eignungstest" weder ein Röntgengerät noch ein Kernspintomograph notwendig. Ich habe vor acht Jahren bei meinen beiden großen Kindern nur noch darauf gewartet, dass geschaut wird, ob der Arm über den Kopf auf die Schulter reicht, um die Schuleignung festzustellen. Dafür soll ich Urlaub nehmen und nach Trier fahren? Ich bin sicher nicht der Einzige, der dafür kein Verständnis hat und bedauert, dass der Kreistag anders entschieden hat. Auf die vom Landrat in Aussicht gestellte Flexibilität der Gesundheitsämter bin ich gespannt. Ich erwarte eher ein Schreiben der Art "...haben Sie sich mit Ihrer Tochter am ... um ... einzufinden". Martin Müller, Föhren schuluntersuchung