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Kein Zuschuss für Sanierung der Römerbrücke

Kein Zuschuss für Sanierung der Römerbrücke

Es wäre ein Knaller gewesen: 14 Millionen Euro hatte sich die Stadt Trier aus einem neuen Fördertopf des Bundesbauministeriums für die Sanierung der Römerbrücke erhofft. Doch der Traum ist geplatzt.

Trier. Die alten Laternen und Geländer weg, dafür neue Oberflächen, ein passendes Beleuchtungskonzept, bessere Fußgängerwege, ein neuer Brückenkopf und ein Café und Informationszentrum am östlichen Ufer: So sieht im Groben das Konzept aus, das Triers historisch bedeutendstes Bauwerk - die Römerbrücke - angemessen in Szene setzen würde. Rund 14 Millionen Euro hatte sich die Stadt Trier für die Sanierung und Umgestaltung von Deutschlands ältester Flussbrücke aus dem neuen Förderprogramm "Nationale Projekte des Städtebaus" erhofft (der TV berichtete). Doch das Bundesbauministerium hat das Trierer Unesco-Welterbe nicht in das Förderprogramm aufgenommen.
"Wir sind natürlich sehr traurig, wir hatten uns mit dem Projekt und der Bewerbung viel Mühe gegeben und gehofft, die Unterstützung zu erhalten", sagt Triers Baudezernentin Simone Kaes-Torchiani.
Warum die Römerbrücke nicht in das Förderprogramm aufgenommen wurde, hat das Ministerium bislang nicht mitgeteilt. Wegen der großen Resonanz auf das erstmals aufgelegte Förderprogramm "Nationale Projekte des Städtebaus" hat Berlin allerdings angekündigt, dieses fortzuführen. "Wir werden uns dann natürlich wieder bewerben", sagt Kaes-Torchiani.
Insgesamt würde die Umsetzung des Sanierungskonzepts "Römerbrücke - Brückenschlag zwischen Vergangenheit und Zukunft" rund 15,65 Millionen Euro kosten. Bei einer Förderquote von 90 Prozent hätte der Bund davon 14 Millionen Euro übernommen, die übrigen 1,6 Millionen Euro hatte die Stadt als Eigenanteil schon in den Haushaltsentwurf für 2015/16 eingeplant.
Doch nicht nur Trier wollte ran an den Fördertopf: Auf den Projektaufruf des Bundesministeriums waren bundesweit rund 270 Anträge aus Städten und Gemeinden eingegangen. Um alle Projekte fördern zu können, hätte der Bund 900 Millionen Euro in die Hand nehmen müssen. Im Fördertopf bereitgestellt sind allerdings nur 50 Millionen. Von der Jury ausgewählt wurden laut Bundesministerium "Premium-Projekte, die die gesamte Bandbreite und die unterschiedlichsten Herausforderungen der Städtebauförderung repräsentieren". Auf der Förderliste stehen neben Unesco-Welterbestätten auch technische Denkmäler, bauliche Zeugnisse aus der NS-Zeit, historische Gartenanlagen, öffentliche Räume oder energetische Maßnahmen in Wohnquartieren. Unter den insgesamt 21 ausgewählten Projekten stammt nur eins aus Rheinland-Pfalz: die historische Gießhalle Sayner Hütte in Bendorf am Rhein. Die Aufwertung der preußischen Eisenhütte aus dem 19. Jahrhundert fördert der Bund mit 2,5 Millionen Euro. Den mit sechs Millionen Euro höchsten Zuschuss erhält die bayerische Stadt Fürth für den Umbau des Geburtshauses von Ludwig Erhard (Bundeskanzler von 1963 bis 1966) zu einem Forschungs- und Begegnungszentrum.
Die Fördersummen scheinen niedrig im Vergleich zu den 14 Millionen Euro, die sich die Stadt Trier aus dem Programm erhofft hatte. "Ja, die Summe ist stramm", sagt auch Baudezernentin Simone Kaes-Torchiani, "aber die Sanierung eines so herausragenden Bauwerks wie die Römerbrücke kostet nun mal so viel." Aus eigener Tasche kann sich die mit mehr als 700 Millionen Euro verschuldete Stadt die Instandsetzung nicht leisten. Die eingeplanten rund 1,6 Millionen Euro, die Trier im Falle einer Aufnahme in das Förderprogramm als Eigenanteil beigesteuert hätte, werden laut Kaes-Torchiani für die geplante Sanierung der Kaiser-Wilhelm-Brücke umgewidmet.