Keine Angst vor chinesischen Fettnäpfchen

Trier · Andere Länder, andere Sitten: Diese Erfahrung machen 13 Trie-rer Gymnasiasten gerade bei einem zweiwöchigen Schüleraustausch in der chinesischen Millionenmetropole Xiamen. Doch sie sind gewappnet.

Die Trierer Reisegruppe hat vor dem Abflug nach Xiamen zwei Tage lang geübt, wie man sich in China adäquat verhält. TV-Foto: Aline Fontaine

Trier. Der Kreis, der mit dem Besuch chinesischer Austauschschüler im Herbst 2013 begann, schließt sich: 13 Schüler des Auguste-Viktoria-Gymnasiums (AVG), des Friedrich-Wilhelm-Gymnasiums (FWG) und des Humboldt-Gymnasiums (HGT) sowie zwei Betreuerinnen halten sich derzeit in der chinesischen Küsten- und Trierer Partnerstadt Xiamen auf. Der Weg dorthin gestaltete sich zunächst nicht so einfach wie gedacht. Erst drei Tage vor der Abreise erhielt Bettina Bulitta-Steimer, Hausleiterin des Jugendzentrums Mergener Hof (MJC), die erlösende Nachricht, dass die Einreisevisa endlich auf dem Weg seien.
Bulitta-Steimer war mit der Organisation der Reise betraut, weil das MJC durch eine jahrelange Zusammenarbeit mit Triers texanischer Partnerstadt Fort Worth Erfahrungen gesammelt hat. "Es war am Ende recht knapp, da die offizielle Einladung, die für einen Visumsantrag nötig ist, erst Ende September eintraf", erklärt Bulitta-Steimer, "aber man muss dies vor einem kulturellen Hintergrund sehen: Wir Deutschen planen mit viel Vorlauf etwas genau durch, die Chinesen sind da etwas entspannter."
Wie groß die Unterschiede zu China sind, brachte Anja Schmidt, Sinologin und Begleiterin, den Schülern vor dem Abflug in einem zweitägigen Seminar im Konfuzius-Institut der Universität Trier näher. "Was als richtig oder falsch angesehen wird, ist abhängig von der jeweiligen Kultur", fasste Schmidt zusammen. "Die Schüler lernen, in Alltagssituationen Fettnäpfchen zu vermeiden, in die ich vor Jahren noch selbst getreten bin", fügte sie lachend hinzu.
Diese weiträumig zu umgehen hoffte Moritz Holbach, Schüler des FWG, vor der Abreise: "Aber unsere Gastgeber wissen, ja dass man kein Asiat ist und sind daher bestimmt etwas toleranter." Anna Kreutz hat das Seminar viel gebracht. "Es hat mir mehr Mut und Sicherheit gegeben, da ich vorher nicht wusste, dass ich unglaublich schnell etwas falsch machen kann, vor allem wenn man die hierarchische Struktur dort bedenkt." Andrea Hüser, Mutter einer Schülerin und zweite Begleitperson, macht sich weniger Sorgen: "Ich lasse mich gerne auf neue Kulturen ein, und mit der guten Vorbereitung denke ich, dass alles gut funktionieren wird."