Keine Angst vorm Zahnarzt

TRIER-NORD. "Heute lernen wir, was für unseren Körper gut ist", sagte Benita Fernandez Jager (10). Denn in der Ambrosius-Grundschule gab es einen Gesundheitstag, an dem rund 150 Kinder zwischen sechs und zehn Jahren untersucht wurden.

Einen richtigen Untersuchungs-Marathon absolvierten die Kinder, die in die Ambrosius-Grundschule gekommen waren. Auf einem Gesundheitspass konnten sie Stempel von vielen verschiedenen Stationen sammeln und sich am Ende an der Saftbar mit gesunden Getränken und frischem Obst stärken. Ob Sehtest, der Besuch beim Zahnarzt, die Überprüfung von Füßen, Angeboten zur motorischen Übung, ein Malwettbewerb und eine Filmvorführung - die kleinen Patienten lernten viel darüber, wie man auch im Alltag auf die eigene Gesundheit achten kann. "Die Ernährung ist wichtig. Man kann viele tolle Dinge essen, Obst und Gemüse. Viele aus unserer Klasse mögen das nicht. Aber ich schon", sagte die zehnjährige Benita. Sie weiß auch, dass man viel trinken und Sport machen soll, um gesund zu bleiben. Gute Schuhe tragen

Gute Schuhe tragen und sich regelmäßig waschen, gehöre auch dazu. Beim Malwettbewerb zeichnete sie einen mit frischen Produkten reich gedeckten Tisch in einem Haus, draußen spielen und toben Kinder. "Dieser Tag ist Teil der gemeinsamen Bemühungen, das Gesundheitsbewusstsein stärker in den Stadtteil hineinzubringen und zum Beispiel mit der Sozialarbeit zu verbinden", erklärte Stadtteilmanagerin Maria Ohlig, die die Organisation der Veranstaltung koordinierte. Daran beteiligten sich neben der Ambrosius Grundschule auch die Familienberatung Trier-Nord, der Hort von Grundschule und Exzellenzhaus, das Haus Lukas, das Gesundheitsamt sowie die Abteilung für Kinder- und Jugendarbeit im Bürgerhaus. Unterstützt wurden die Institutionen bei ihrem Unterfangen von der BKK, dem RWE und dem Mainzer Ministerium für Arbeit, Soziales, Familie und Gesundheit. "Wir wollen auch die Eltern sensibilisieren, mehr auf die Befindlichkeiten ihrer Kinder zu achten", sagte Ohlig. Der Bedarf an medizinischer Betreuung sei bei Kindern im sozialen Brennpunkt höher. Signifikant auffällig hingegen sei es, dass Armut häufig der Grund dafür sei, dass Menschen trotz gesundheitlicher Probleme nicht oder nur im Notfall zum Arzt gingen. Dort müsse man präventiv tätig werden und eine vernetzte Arbeit der Institutionen auch im medizinischen Bereich erreichen, wie sie auf dem sozialen Sektor im Stadtteil bereits praktiziert wird. "Natürlich entlastet das auch langfristig die Etats. Prävention wird bei unserem Gesundheitswesen immer wichtiger, um später höhere Behandlungskosten zu vermeiden", erklärt die Quartiermanagerin. Um die eigene Verantwortung zu stärken und Vorsorgeuntersuchungen wahrzunehmen, sei es wichtig, bereits im Kindesalter anzufangen, Gesundheit zum Thema zu machen, erklärte Hermann Homann von der RWE-Betriebskrankenkasse, die es sich mit dem Programm "Kinderfüße auf dem Prüfstand" zur Aufgabe gemacht hat, landesweit Kindertagesstätten und Grundschulen bei ähnlichen Projekten zu unterstützen. "Ich esse jeden Abend zwei Apfelsinen", sagt Benita, steckt sich einen Apfelschnitz in den Mund und trinkt einen Schluck Multivitaminsaft.

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