Keine Ballermann-Party

Zum Bericht "Streit um Weinprobe in der Synagoge" (TV vom 31. August):

Im Namen unzähliger Weinfreunde möchte ich hier noch einmal unterstreichen, dass es sich bei diesem Event um eine weinkulturelle Veranstaltung handelt. Das ist keine Ballermann-Party, bei der aus Eimern gesoffen wird. Hier werden zwölf Sorten Wein verkostet mit jeweils 0,05 Liter Inhalt im Glas.

Wer zudem etwas von Weinproben versteht, sollte wissen, dass der Wein hier nicht getrunken wird. Man degustiert (verkostet) mit Zunge und Gaumen, prüft mit Auge und Nase. Deshalb trifft hier auch die Aussage von Benz Botmann (Vorsitzender der Jüdischen Kultusgemeinde Trier) nicht zu, der die ehemalige Synagoge nicht für den geeigneten Ort hält und der sagt: "Alkohol beeinflusst die Menschen, sie benehmen sich dann anders." Nach zwölf Kostproben wird niemand randalieren.

Übrigens hat sich bisher noch niemand darüber aufgeregt, wenn der Gewerbeverband dort Neujahrs-Sektempfänge ausrichtet und gar die renommierte Stefan-Andres-Gesellschaft schon Weinverkostungen veranstaltet hat.

Herbert Becker, Trier, Vorstandsmitglied des Vereins "Kultur in Schweich"

WEINKULTUR

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