Keine Hilfe von oben

Ein Dierscheider Geräteschuppen ist direkt neben einem Wohnhaus am Donnerstagnachmittag total abgebrannt.

Dierscheid. 35 Freiwillige Feuerwehrmänner konnten einen in Brand stehenden Anbau an einem Bauernhof nicht mehr retten: Am Donnerstag Nachmittag hatte das nahe am Wohnhaus stehende Gebäude aus noch ungeklärter Ursache Feuer gefangen. In dem Geräteschuppen befanden sich nach Auskunft der Rettungskräfte Heupresse, Anhänger, Förderbänder und Viehtransporter, die zerstört wurden. "Der Wind hat uns geholfen - hätte er gedreht, wären Wohnhaus, Stallung und Scheune in Gefahr gewesen", sagt der stellvertretende Wehrleiter der Verbandsgemeinde Wittlich-Land, Herbert Schäfer. Er war mit den Kollegen der Wehren aus Dierscheid, Heidweiler, Salmtal und Hetzerath im Einsatz, die noch am Abend mit dem Löschen von Glutnestern beschäftigt waren. Die Alarmierung über die Leitstelle Trier war um 15.30 Uhr erfolgt, kurz zuvor hatte eine Bewohnerin des Hofes die Polizeiinspektion Wittlich benachrichtigt. Anders als in Wittlich, wo es zeitgleich kurz und heftig regnete, war es in Dierscheid am Nachmittag trocken, so dass "vom Himmel" auch keine Hilfe für die Freiwilligen Feuerwehrmänner kam. Aber zum Brandbeginn zog laut Aussage eines Bewohners des Viktoriahofs ein Gewitter über den Ort. "Opa, der Schuppen ist am Brennen", hätten sein Enkel und Urenkel ihn über das Feuer informiert: "Da hatte meine Tochter schon die Polizei alarmiert. Der Maschinenschuppen stand schon lichterloh in Flammen. Da war nichts mehr zu retten. Das ging ja alles so schnell", sagt der Mann, der mit vier weiteren Personen am Hof lebt. Er ist froh, dass keine Menschen zu Schaden gekommen sind. Dierscheids Bürgermeister Peter Zenner wohnt in der Nachbarschaft des ehemaligen Aussiedlerhofes und war ebenfalls Augenzeuge des Geschehens: "Ich lief hin und war froh, dass der Besitzer mit seiner Tochter schon vor dem Haus stand und beide sagten, dass kein Mensch mehr in Brandnähe sei. Sofort war unsere Dierscheider Wehr da und mit Wehrführer Wolfgang Backes im Einsatz. Da sieht man, dass es wichtig ist, dass eine funktionierende Freiwillige Feuerwehr vor Ort ist." Laut Ortsbürgermeister hat es zuletzt vor knapp zehn Jahre im Ort gebrannt. Damals wurde ein Dachstuhl Opfer eines Feuers und machte des Haus eines älteren Ehepaars längere Zeit unbewohnbar. Gegen 18 Uhr, als die anderen Wehren nach Hause gefahren sind, war die Dierscheider Wehr mit zwölf Mann noch bis rund 19 Uhr beschäftigt. Sie begann den Schuppen abzureißen, weil Einsturzgefahr bestand, und da in ihm auch Brennholz gelagert wurde, mussten weitere Glutnester ausgeräumt werden. Wehrführer Backes sagt: "Ich bin froh, dass die Hilfsbereitschaft so groß ist und eine kleine Katastrophe im Dorf so schnell unter Kontrolle gebracht werden kann. Wir können uns auf unsere Leute verlassen. Das macht stolz und beruhigt."