Keine Kandidatenfrage

Zum Ausgang der OB-Wahl diese Zuschrift eines TV-Lesers:

Die Verliererpartei der zurückliegenden Oberbürgermeisterwahl leckt ihre Wunden. Überheblich, wie man es bis zum Überdruss kennt, schiebt der Fraktionsvorsitzende die "Schuld" für die verlorene Wahl dem Nichtwähler in die Schuhe, der, so die selbstverständliche, aber natürlich fehlgehende Annahme, das Resultat gegenteilig beeinflusst hätte. Auch Versuche anderer, die Person Holkenbrinks selber für das Debakel verantwortlich zu machen, lenken ab und erweisen sich als grob undankbar gegenüber einem engagierten und gewiss integren Menschen. Nein, das Programm der CDU hatte kapitale inhaltliche Schwächen und war für die anscheinend zunehmende Zahl von Mitbürgern mit ökologisch-sozialem Blick auch für kommende Generationen schlechterdings unwählbar, wie die extrem niedrigen CDU-Anteile gerade in meinem Wahlbezirk (Barbara) belegen. In einer Zeit, in der von Fachleuten die Prognosen für Sommer mit noch höheren Temperaturen als dem zu Ende gegangenen alle halbe Jahr gegeben werden, erscheint ein Konzept, das den motorisierten Individualverkehr protegiert, fahrlässig und hinfällig. Objektiv käme im Gegenteil einer Kampagne gegen (vermeidbaren) Individualverkehr längst größere Berechtigung zu als der derzeit betriebenen Ächtung des vergleichsweise marginalen Rauchens. Zumal in einer zugebauten und verbauten Stadt wie der unseren in Kessellage. Auch in ganz ortsspezifischen Belangen scheint in den letzten Jahren Trierer Politikern der Sinn für Verhältnisse abhanden gekommen zu sein. Fragwürdige Prestigeprojekte wurden gegenüber langfristigen Serviceleistungen protegiert. Um ein Haar wäre mit einem Aus- oder Neubau eines Fußballstadions eine gigantische Fehlinvestition getätigt worden, die Antikenfestspiele durften weiter dahinwursteln, zuletzt als hausgemachte Konkurrenz zu Lasten des Theaters, wenigstens in der Verteilung der Aufmerksamkeiten. Dem von vielen Menschen aufgesuchten Südbad drohte unterdessen die Schließung.Es bleibt zu hoffen, dass die Verhältnisse wieder vom Kopf auf die Füße gestellt werden. Dafür könnte der dem Rathaus vom Bürger verordnete Wechsel ein Anfang sein. Klauspeter Bungert, Trier

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