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Keine Kur mehr für Mutter und Kind

Trier. Schlechte Zeiten für arme Familien: Mutter-Kind-Kuren werden künftig wohl seltener gewährt werden, weil das Land Rheinland-Pfalz dafür die Fördermittel gestrichen hat. Das kritisiert der Caritasverband für die Diözese Trier.

Trier. Rheinland-Pfalz hat Schulden und muss versuchen, seinen Haushalt auszugleichen. Daher wurden zum 1. Januar bisherige Fördermittel in Höhe von insgesamt 102 258 Euro jährlich gestrichen. Dies sind Mittel, die seit Jahren betroffenen Familien zugute kamen.
Noch im Jahre 2013 konnten die Beratungsstellen der Caritas im rheinland-pfälzischen Teil der Diözese Trier 37 800 Euro an Familien mit Kindern weitergeben. "Der Wegfall dieser Fördergelder trifft einmal mehr Familien, die ohnehin schon stark belastet sind. Die finanziellen Spielräume vieler Mütter mit Kindern sind extrem eng. Zusätzliche Ausgaben für die Kur werden so zu einer hohen Hürde. Eine Mutter-Kind-Kur darf aber nicht daran scheitern", sagt die Diözesan-Caritasdirektorin Birgit Kugel. Die Kuren richten sich vor alle an stark belastete Mütter. "In unsere Beratungsstellen kommen Mütter in Notlagen, die erschöpft oder chronisch krank sind oder psychische Probleme haben", berichtet Christiane Düro-Theis, Referentin für Familienunterstützende Angebote im Diözesan-Caritasverband Trier.
Der Gesundheitszustand vieler Mütter ist nach einer Statistik des Müttergenesungswerk (MGW) besorgniserregend: 44 000 Mütter ließen sich 2012 deutschlandweit in Mütter- oder Mutter-Kind-Kurmaßnahmen behandeln. Wie wichtig eine Kur auch für die Gesundheit der Kinder ist, belegt ebenfalls eine Statistik: 75 Prozent der Kinder, die mit ihren Müttern zur Kur fahren, brauchen therapeutische Behandlung. red