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Keine Millionen für Sanierung der Trierer Römerbrücke

Keine Millionen für Sanierung der Trierer Römerbrücke

Rund 14 Millionen Euro hatte sich die Stadt Trier aus einem Sondertopf des Bundesbauministeriums für die Sanierung der Römerbrücke erhofft. Doch das Ministerium hat das Trierer Unesco-Welterbe nicht in das Förderprogramm aufgenommen.

"Wir sind natürlich sehr traurig, wir haben uns mit dem Projekt und der Bewerbung viel Mühe gegeben und gehofft, die Unterstützung zu erhalten", sagt Triers Baudezernentin Simone Kaes-Torchiani. Warum die Römerbrücke nicht in das Förderprogramm aufgenommen wurde, hat das Ministerium der Stadt bislang nicht mitgeteilt. Wegen der großen Resonanz auf das erstmals aufgelegte Förderprogramm "Nationale Projekte des Städtebaus" hat das Berliner Bauministerium allerdings angekündigt, dieses fortzuführen. "Wir werden uns dann natürlich wieder bewerben", sagt Kaes-Torchiani.

15,65 Millionen Euro hätte die Umsetzung des Sanierungskonzepts "Römerbrücke - Brückenschlag zwischen Vergangenheit und Zukunft" gekostet. Bei einer Aufnahme in das Förderprogramm hätte die Stadt bis zu 14 Millionen Euro als Zuschuss erhalten. Das Sanierungskonzept, das auch die Neugestaltung des Uferbereichs am östlichen Moselufer beinhaltet, stammt vom Münchener Planungsbüro Lohrer.Hochrein und ist das Ergebnis eines von der Stadt Trier im Jahr 2012 ausgeschriebenen Wettbewerbs.

Auf den Projektaufruf an Städte und Gemeinden waren bundesweit rund 270 Anträge eingegangen. Um alle Projekte fördern zu können, hätte der Bund 900 Millionen Euro in die Hand nehmen müssen. Im Fördertopf bereitgestellt sind allerdings nur 50 Millionen. Von der Jury ausgewählt wurden laut Bundesministerium "Premium-Projekte, die die gesamte Bandbreite und die unterschiedlichsten Herausforderungen der Städtebauförderung repräsentieren". Auf der Förderliste stehen neben Unesco-Welterbestätten auch technische Denkmäler der Industriekultur, bauliche Zeugnisse aus der NS-Zeit, historische Gartenanlagen, öffentliche Räume oder energetische Maßnahmen in Wohnquartieren. Unter den insgesamt 21 geförderten Projekten stammt nur eins aus Rheinland-Pfalz: Die historische Gießhalle Sayner Hütte in Bendorf am Rhein. Die Aufwertung der preußischen Eisenhütte aus dem 19. Jahrhundert fördert der Bund mit 2,5 Millionen Euro. Den mit sechs Millionen Euro höchsten Zuschuss erhält die bayrische Stadt Fürth für den Umbau des Geburtshauses von Ludwig Erhard (Bundeskanzler von 1963 bis 1966) zu einem Forschungs- und Begegnungszentrum.

Die Fördersummen scheinen niedrig im Vergleich zu den 14 Millionen Euro, die sich die Stadt Trier aus dem Programm erhofft hatte. "Ja, die Summe ist stramm", sagt auch Baudezernentin Simone Kaes-Torchiani, "aber die Sanierung eines so herausragenden Bauwerks wie die Römerbrücke kostet nun mal so viel."

Aus eigener Tasche kann sich die mit mehr als 700 Millionen Euro verschuldete Stadt die Instandsetzung von Deutschlands ältester Flussbrücke nicht leisten. Die im Doppelhaushalt 2015/16 eingeplanten rund 1,6 Millionen, die Trier im Falle einer Aufnahme in das Förderprogramm als Eigenanteil hätte beisteuern müssen, werden laut Kaes-Torchiani für die geplante Sanierung der Kaiser-Wilhelm-Brücke umgewidmet.