Keine Rettung für den Kaiserhammer

Keine Rettung für den Kaiserhammer

Wo 1890 einst die "Restauration Kaiserhammer" in einer Annonce im Eifelführer als Waldwirtschaft zur "guten Küche" einlud und angeblich auch "der Vorrat des Kellers nichts zu wünschen übrig" ließ, steht heute nur noch eine Ruine. Besitzer und Stadt sehen keine Chance, das marode Anwesen zu retten.

Trier-Quint. Als Ulrich Ellwanger 1994 im "Trierischen Volksfreund" die Immobilien-Anzeige las, in der der "Kaiserhammer" zum Kauf angeboten wurde, war er begeistert von dem "Sanierungsobjekt". Schon damals stand in der Anzeige: "Gebäude total zerstört."

In Eigenleistung wollten der Trierer und seine Frau das Anwesen, das an der L46 zwischen Quint und Zemmer liegt, wieder aufbauen. Im Erdgeschoss stellten sie sich eine Wirtschaft vor, darüber wollten sie eine Wohnung herrichten. Viel Arbeit haben sie in die Renovierung gesteckt: "Von morgens neun bis nachts um elf", erzählt Ellwanger.

Doch wenn er morgens angerückt sei, um weiterzuarbeiten, hätten ihn regelmäßig böse Überraschungen erwartet: Neu errichtete Mauern waren eingebrochen, das frisch abgedichtete Dach demoliert, Schlösser aufgebrochen und alle Gegenstände aus Metall gestohlen, vom Kupferdraht über Dachrinnen und Metallstützen bis zum Stromaggregat. Selbst das historische Mühlrad nahmen Diebe mit. Dann machte die Gesundheit nicht mehr mit und nötigte Ellwanger dazu, seine Arbeit am Kaiserhammer zu unterbrechen.

Der Frust des Besitzers sitzt tief



Nun weiß er nicht, wie es weitergehen soll. "Die alte Mühle ist nicht zu retten", so viel sei sicher, meint Ellwanger. Sie muss abgerissen werden. Was aus der alten Wirtschaft werden soll, steht noch nicht fest. Aber es ist sehr wahrscheinlich, dass auch hier der Abriss bevorsteht. Nach vielen Rückschlägen durch Vandalismus und Diebstahl, in den Sand gesetztes Geld und vergeblich investierter Zeit und Mühe sitzt der Frust bei Ulrich Ellwanger tief. Am liebsten würden er und seine Frau verkaufen. "Eine Rettung des Kaiserhammers geht nur mit viel Geld", sagt er.

Auch die Stadt sieht keine Zukunft für die Traditionsgebäude: "Es gibt aus Sicht der Bauaufsicht keine Lösung. Das Gebäude ist in keiner Weise wirtschaftlich sanierungsfähig. Der Kaiserhammer ist heute eine Ruine. Das Baurecht ist verwirkt", so der Sprecher Ralf Frühauf. Da die Ruine eine Gefahr für spielende Kinder darstelle, habe die Bauaufsicht angeordnet, einen Bauzaun aufzustellen und die baufälligen Gebäudeteile abzureißen. Nach Berechnungen der Stadt würde der Gesamtabbruch 80 000 Euro verschlingen.

EXTRA

Die Geschichte der Gaststätte "Kaiserhammer" begann 1845, als Caspar Eichhorn aus Ehrang in der alten Kaiserhammermühle das Gasthaus "Restauration am Kaiserhammerweiher" mit Hotelbetrieb errichtete. Nach den Wirten Hermesdorf, Ingenhorst, Linden und Baltes erwarb Arthur May aus Mehring in den 1950er Jahren das Ausflugslokal und erweiterte es um eine Pferdepension. Auf ihn folgte Albert Hosius aus Weinsheim. Nach der Schließung in den 80er Jahren kaufte Ulrich Ellwanger 1994 die Gebäude. Das Amt für Denkmalpflege gab vor, wie Bau-Maßnahmen denkmalgerecht auszuführen seien. Ellwanger begann damit im August 1995. Ab 1997 wurde das Anwesen nicht mehr als Kulturdenkmal angesehen. Mittlerweile ist das Baurecht aufgehoben. (sys)

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