Keine selbstlose Preisgestaltung

Mit den steigenden Energie-Preisen beschäftigt sich dieser Leser:

Der Darstellung der SWT, dass sie nur Preiserhöhungen weitergibt, muss widersprochen werden. Gäbe man nur die Preissteigerungen der Märkte an die Kunden weiter, so müssten diese überall gleich ausfallen.

Es ist dann nicht zu erklären, weshalb zum selben Zeitpunkt (1. Oktober) verschiedene Anbieter denselben Energieträger (Erdgas) unterschiedlich stark verteuern. Zudem könnten keine Gewinne erwirtschaftet werden, würden lediglich nur die Preiserhöhungen der Rohstoffmärkte weitergegeben. Aber die Stadtwerke Trier haben nach eigenen Angaben im letzten Jahr etwa 11 Millionen Euro Gewinn gemacht.

Die Versorger sind nicht nur Spielball der Entwicklungen an den Märkten, sondern auch selbst Preisgestalter. Sie entscheiden selbst über die Höhe der Preise, die sie von uns Bürgern fordern. Sie handeln nicht selbstlos sondern ergebnisorientiert.

Die Aufgabe von Unternehmen ist es, Gewinne zu erwirtschaften. Das gilt auch für die Stadtwerke Trier. Die Miteigentümer Saargas und RWE haben in dieses Unternehmen investiert, damit sich ihr investiertes Kapital verzinst. Das ist nicht zu verurteilen. Darauf beruht unser Wirtschafts- und Gesellschaftssystem.

Anders sieht es aus beim dritten Eigentümer. Der Stadt Trier gehört die Mehrheit an den Stadtwerken Trier, und das bedeutet eigentlich - uns allen, den Bürgern dieser Stadt. Wir Bürger haben Parteien und einen Oberbürgermeister gewählt, die in unserem Interesse die Geschicke unserer Stadt lenken sollen. Diese von uns gewählten Parteien entsenden Vertreter aus ihren Reihen in den Aufsichtsrat der Stadtwerke, wo sie mit dem von uns gewählten OB über die Mehrheit der Stimmen verfügen.

Nach der Lage der Dinge sollte man erwarten, dass sie dort auch die Interessen derer vertreten, die sie gewählt haben. Ich kann aber nicht erkennen, inwiefern die ständigen Preiserhöhungen für Strom und Gas dem Interesse der Bürger dienen sollen.

Allein in den letzten zwei Jahren wurden fast 1000 Haushalten der Strom abgestellt. Das den Bürger zur Verfügung stehende Einkommen schmilzt immer mehr zusammen und besonders die Trierer Gewerbetreibenden leiden unter dem Rückgang der Nachfrage.

Anstatt Millionen in einem sinnlosen Handwerkerpark in Feyen zu versenken, sollte man lieber die Gas- und Strompreise niedrig halten. Das wäre von Vorteil für die gesamte Bürgerschaft und nicht nur für einige wenige. Deshalb fordert die Bürgerinitiative "Strom, Gas, Bus und Müll" die Vertreter der Ratsparteien im Aufsichtsrat der SWT auf, der Gaspreiserhöhung im Oktober dieses Jahres nicht zuzustimmen.

Rüdiger Rauls, Trier,

Bürgerinitiative "Strom,

Gas, Bus und Müll"

Energie-Preise