Kenner der Unterwelt

TRIER. (alp/jhe) "Udo Rumland ist ein wichtiges Stück Rathausgeschichte", stellte Oberbürgermeister Helmut Schröer fest. Rumland, der 30 Jahre lang im Trierer Tiefbauamt arbeitete - zuletzt als Werkleiter der Stadtentwässerung -, wurde in den Ruhestand verabschiedet.

Udo Rumland ist 66 Jahre alt - und geht erst jetzt in Pension. "Die Beamtenverlängerung ist sehr ungewöhnlich und nicht selbstverständlich", sagte Oberbürgermeister Helmut Schröer bei der Verabschiedung des Werkleiters im Beisein von dessen Frau Christine und beruflichen Wegbegleitern. Durch die Umstrukturierung der Stadtentwässerung, die vergangenes Jahr in vollem Gange war, wurde das Beamtendasein von Rumland um ein Jahr verlängert. Denn für dieses Vorhaben war der seit 1974 bei der Stadt Trier Beschäftigte unabdingbar. Damals kam der gebürtige Oberschlesier nach Trier, um hier als stellvertretender Leiter des Tiefbauamtes zu arbeiten. Schon drei Jahre später wurde er in das Beamtenverhältniss auf Probe zur Ernennung zum Baurat berufen, weitere drei Jahre später folgte die Ernennung zum Oberbaurat. Anfang des Jahres 1995 wurde Rumland Werkleiter des Eigenbetriebs "Stadtentwässerung Trier", in dem er bis 2000 zum Leitenden Baudirektor befördert wurde. In dieser Zeit beschäftigte er sich hauptsächlich mit dem Kanal-System der Stadt Trier, das aus 13 000 Kanalschächten und einem 470 Kilometer langem Kanalnetz besteht. Er senkte die Anzahl der Klärwerke von sieben auf zwei. In all den Jahren war Rumland erfolgreich: "Das ist ein Job, der immer nur auffällt, wenn etwas schiefläuft. Das ist aber zum Glück nicht passiert", sagte Rumland. "Die Behörde schaffte es außerdem, die Abwassergebühren für die Bürger niedrig zu halten", erläuterte Baudezernent Peter Dietze.Beim Wandern über die Zukunft nachdenken

In Rumlands Aufgabenbereich fiel auch das Oberflächenwasser: "Das Hochwasser war die letzten 30 Jahre ein ständiger Begleiter", sagte Rumland. Nach einem innigen Erinnerungsaustausch zwischen Rumland und Schröer - unter anderem kam das Thema "Umbau des Domfreihofs 1994/95" zur Sprache, den die beiden zusammen erlebt hatten - überreichte der OB dem Scheidenden eine Abschiedsurkunde und bedankte sich herzlich: "Wir sind immer so stark, wie es unsere Mitarbeiter sind." Nach 30 Jahren "erfolgreicher Arbeit, in der es wenig Wind um Probleme, aber immer zuverlässige Lösungen gab" (Dietze), fährt Rumland in die Dolomiten. "In lockerer Stimmung" will er beim Wandern über seine Zukunft nachdenken.

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