Keramik, Komik, Kunst

TRIER/WITTLICH. In einem ehemaligen Gewächshaus in Wittlich hat sich Stefanie Kaspari ihren eigenen Keramikladen eingerichtet. Nebenbei reist die freischaffende Künstlerin auf Handwerkermärkte in ganz Deutschland und gibt Kindern und Jugendlichen Töpferkurse. Am kommenden Montag beginnt ein solcher Kurs in der Trierer Tuchfabrik (Tufa).

"Keramik-Komik-Kunst" hat die gebürtige Wittlicherin ihren kleinen Laden genannt. Nomen est omen. Neben Gebrauchsgegenständen wie Geschirr oder Gartenkeramik fertigt die 37-Jährige mit Vorliebe "lustige Figuren im Komik-Stil". "Das figürliche Modellieren liegt mir einfach." Stefanie Kaspari geht in ihrem Beruf auf. Sieben Jahre lang, seit 1996, hat sie bei Elke Gerber Eckert in der Neustraße gearbeitet und sich nach und nach auch um die Auszubildenden gekümmert. "In dieser Zeit habe ich dann auch angefangen, Kurse zu geben", erinnert sie sich. Im Haus der Jugend in Wittlich, in verschiedenen Schulen in Luxemburg, aber auch auf Sommerfesten und in Ferienlagern hat sie Kindern und Jugendlichen das Töpfern beigebracht. "Es war schön zu sehen, wenn sonst ziemlich unruhige oder schwer erziehbare Kinder plötzlich ruhig werden und in der Arbeit mit den Händen aufgehen. Viele haben sich danach bei mir bedankt", sagt Kaspari. Ihre eigene Ausbildung hat die Selbstständige in den 80er-Jahren in der Töpferei Jüvermann in Rivenich gemacht. "Normal sind drei Jahre, doch ich habe noch ein Jahr Praktikum drangehängt. Wir haben damals vor allem Geschirr für Bioläden angefertigt", erzählt Kaspari. Danach drückte die junge Frau noch einmal die Schulbank und belegte auf der Fachoberschule in Trier den Fachbereich "Gestaltung", was ihr "nochmal viel gebracht" habe. Vor drei Jahren hat sie sich dann in einem ehemaligen Gewächshaus in Wittlich niedergelassen und schätzt dort vor allem "das Licht und die Geräumigkeit". Ihre Kunst aus Keramik fertigt sie auf einer eigenen Drehscheibe und stellt sie in ihrem kleinen Verkaufsraum aus. Jedes zweite Wochenende reist sie quer durch die Republik auf Handwerker- und Kunstmärkte, um dort ihr Geschäft aufzubessern. "Die Arbeit macht mir sehr viel Spaß, auch wenn es finanziell nicht immer so einfach ist. Aber irgendwie geht es." Eine neue Aufgabe übernimmt sie ab nächster Woche in der Trierer Tuchfabrik. Dort gibt Kaspari dann jeden Montag von 15 bis 16.30 Uhr einen Töpferkurs für Kinder und junge Erwachsene. "Ich möchte den Kindern vor allem beibringen, an einem Strang zu ziehen und nicht nur für sich vor sich hin zu arbeiten. Deswegen hatte ich die Idee ein ganzes Wandbild aus verschiedenen Kacheln anzufertigen, das am Ende ein Ganzes ergibt." Anmeldungen bis Montag, 29. Mai, in der Tufa Trier unter Telefon 0651/718-2412.