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KFZ-Zulassung 2.0: Der neue Weg zum Kennzeichen in Trier

KFZ-Zulassung 2.0: Der neue Weg zum Kennzeichen in Trier

Neue Räume, neue Abläufe, mehr Mitarbeiter, Terminvergabe per Internet und Telefon, bald erste Online-Zulassungen: Die Stadt Trier und der Kreis Trier-Saarburg verändern grundlegend ihre KFZ-Zulassungsstelle.

Wer die KFZ-Zulassungsstelle in der Thyrsusstraße (Trier-Nord) länger nicht besucht hat, wird die Räume dort nicht wiedererkennen. Die äußere Verwandlung ist nur ein Teil der Neuerungen. Der TV dokumentiert, wie die Zulassung künftig funktioniert.
Anmeldung: Ab 1. Dezember können sich Bürger online (Adresse wird noch bekanntgegeben) oder über die Behördenrufnummer 115 einen Termin reservieren. Welche Unterlagen mitzubringen sind, wird online angezeigt oder per Post zugeschickt. Wer sich angemeldet hat, soll vor Ort ohne langes Warten drankommen.
Information: Direkt am Haupteingang befinden sich zwei neue Schalter, an denen Mitarbeiter die Antragsunterlagen grob auf Vollständigkeit und Korrektheit prüfen. Das soll verhindern, dass Kunden erst lange warten und dann doch nicht bedient werden können, weil zum Beispiel die Versicherungsnummer fehlt. Die Mitarbeiter geben die Bediennummern persönlich aus, um Missbrauch mit den begehrten Zetteln zu unterbinden.
Wartebereich: Auf einem großen Bildschirm wird angezeigt, welche Bediennummer welchem Bearbeitungsplatz zugeordnet ist. Weil die Wartezeit deutlich kürzer sein soll, reicht die zugunsten anderer Bereiche verkleinerte Wartezone angeblich aus.
Büros: Statt im Großraumbüro sitzen die Sachbearbeiter in Einzelbüros, um den Datenschutz zu wahren und konzentriertes Arbeiten zu ermöglichen. Hinzu kommt ein Dreierbüro speziell für gewerbliche Kunden wie Autohäuser und Zulassungsdienste.

Schilder: Nach der Sachbearbeitung besorgt sich der Kunde wie gewohnt die Autokennzeichen bei den Herstellern der Schilder. Zurück in der Zulassungsstelle zahlt der Kunde am Kassenautomaten die Gebühren per Girokarte oder bar. Die Höhe wird per Chipkarte angezeigt. Der Kunde wird aufgerufen, erhält die Zulassungspapiere und bekommt das Siegel fürs Kennzeichen.
Internet: Abmeldungen von Fahrzeugen sind seit 2015 online möglich. Wer das Angebot nutzen will, braucht einen elektronischen Personalausweis und ein entsprechendes Lesegerät. Ab Juli 2017 sollen auch einfache Wiederzulassungen auf denselben Halter (zum Beispiel bei Winter- und Sommerautos) online machbar sein. Landrat Günther Schartz wünschte sich bei der Vorstellung der neuen Räume, "dass wir es schaffen, auf Bundesebene die Internet-Regelungen zu erleichtern".
Mitarbeiter: "Wir haben personell aufgestockt und werden die Arbeitsabläufe weiter optimieren", sagte Oberbürgermeister Wolfram Leibe. Insgesamt hat die Zulassungsstelle mit Außendienst aktuell 42 Mitarbeiter. Mehr als 220.000 Vorgänge werden pro Jahr bearbeitet. 202.000 Fahrzeuge sind zugelassen.

Kosten: 640.000 Euro inklusive Brandschutz kostet der Umbau, davon zahlt das Land aus dem Investitionsstock 384.000 Euro. Frank Rittig, stellvertretender Abteilungsleiter Kommunales und Sport im Innenministerium, und Dezernent Thomas Egger hoben die Verbesserungen für Mitarbeiter und Kunden hervor.
Außenstellen: Die Außenstellen der Zulassungsbehörde in Hermeskeil und Saarburg sind nicht in das neue System mit Terminen und Informationsschaltern einbezogen, da das laut Verwaltung technisch und personell nicht möglich ist. Dort gibt es jeweils nur zwei Arbeitsplätze.MEINUNG

Kompetenz durch nichts zu ersetzen

Es klingt fast zu schön, um wahr zu sein. Ausgerechnet die KFZ-Zulassungsstelle, berühmt und berüchtigt als Behörde mit der härtesten Geduldsprobe der Region, geht runderneuert in die Dienstleistungsoffensive. Tatsächlich ist die Umstellung umfassend und vielversprechend.
Die Qualität einer Reform zeigt sich allerdings erst in der Praxis. Beispiel Infoschalter: Nur wenn die mitunter komplizierten Fälle dort fachkompetent geprüft werden, folgt bei der späteren Bearbeitung keine böse Überraschung. Und neue Mitarbeiter können immer nur so gut sein wie ihre Ausbildung.
Die Behörde muss die hohe Personalfluktuation dringend in den Griff bekommen. Mitarbeiter und Kunden haben während des Umbaus im laufenden Betrieb starke Nerven bewiesen. Diese Leidenszeit ist zu Ende. Neue Räume und moderne Technik geben Auftrieb. Doch das größte Kapital eines Dienstleisters - ob privat oder öffentlich - sind die Mitarbeiter. m.hormes@volksfreund.de