Kiesabbau auf Neumagener Berg zieht weite Kreise

Kiesabbau auf Neumagener Berg zieht weite Kreise

Die Gemeinde Neumagen-Dhron lädt für heute, Mittwoch, zu einer mit Spannung erwarteten Bürgerversammlung ein. Interessierte Bürger können sich in der Dhrontalhalle über den seit 13 Jahren geplanten und inzwischen heftig kritisierten Kiesabbau informieren.

Neumagen-Dhron. Der bei Neumagen-Dhron geplante Kiesabbau erhitzt die Gemüter. Wie berichtet, sind auch in Piesport, Trittenheim und Leiwen Kommunalpolitiker und Bürger zunehmend hellhörig. Denn je nachdem, über welche Straße der Kies transportiert wird, wären dort ebenfalls Anwohner - und letztlich auch Touristen - betroffen von Lärm und Staub.
Schließlich soll auf einer relativ großen Fläche am Neumagener Berg nahe des Segelflugplatzes Kies abgebaut werden. Die Rede ist von 40 Hektar, also annähernd einem halben Quadratkilometer Land. Die Fläche soll vier bis sechs Meter tief ausgebaggert werden und das über einen Zeitraum von geschätzten 15 Jahren.
Grundstückseigentümer sind zum Teil die Gemeinden, zum Teil Privatpersonen oder das Unternehmen Kies-Bandemer. Es ist angedacht, den Kies je zur Hälfte nach Klüsserath und Klausen zu bringen. Dort wird das Rohmaterial aufbereitet.
Die Bürgerinitiative (BI) Pro Dhrontal setzt sich für Abfuhrrouten ein, die die Anwohner möglichst wenig belasten. Darunter ist auch eine Variante über die Kreuzung Büdlicherbrück und die Autobahn. Die Lastwagen könnten bei Föhren oder Klausen abfahren, erklärt BI-Sprecher Michael Keppeln. Von den Entfernungen her wäre das zwar deutlich weiter, doch zeitlich sei das kein Unterschied zu kürzeren Routen. Keppeln, der kürzlich eine von 293 Bürgern unterschriebene Petition überreichte, ist daher "guter Dinge, dass diese Version zum Tragen kommt".
Kürzlich hat auch der Trittenheimer Gemeinderat über das Thema Kiesabbau gesprochen. Beim Abtransport über klassifizierte Straßen habe die Gemeinde keine Einflussmöglichkeit, sagt Ortsbürgermeister Franz-Josef Bollig. Falls aber Trittenheimer Wirtschaftswege in Erwägung gezogen würden, um vom Abbauort zu asphaltierten Straßen zu gelangen, werde man dies juristisch prüfen lassen.
In einer Bürgerversammlung am heutigen Mittwoch, 4. März, will der Ortsbürgermeister von Neumagen-Dhron, Michael Thomas, umfassend informieren und Bürgern ermöglichen, "ihre Bedenken zu äußern". Er wird über das Verfahren und vertragliche Inhalte berichten, sofern diese nicht vertraulich sind, und will "Halbwahrheiten aus der Welt räumen".
Das Unternehmen Bandemer ist zu keiner Stellungnahme bereit. Betriebsleiter Peter Jaax verweist auf seine Erläuterungen in der Ratssitzung Mitte November, als er dem 2014 neu gewählten Rat die bisherigen Schritte erläuterte und um eine Entscheidung wegen des Abfuhrweges bat.
Die Bürgerversammlung in der Dhrontalhalle beginnt heute, Mittwoch, um 18 Uhr. Neben Ortsbürgermeister Michael Thomas will Verbandsgemeinde-Beigeordneter Leo Wächter vor Ort sein, um Fragen zu beantworten.