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Kinder der Kita St. Peter in Ehrang begeistert vom großen Mobile des Trierer Künstlers Bodo Korsig

Kinder der Kita St. Peter in Ehrang begeistert vom großen Mobile des Trierer Künstlers Bodo Korsig

Dass in ihrer Kita weltberühmte Kunst von Bodo Korsig hängt, dürfte den Zwei- bis Sechsjährigen in Ehrang herzlich egal sein. Doch ein Besuch im Kindergarten St. Peter zeigt: Die Kinder sind begeistert vom Mobile aus Zahlen, Buchstaben und abstrakten Formen, das nun über ihren Köpfen schwebt. Das Konzept des Künstlers ist aufgegangen.

Trier. In der Ehranger Kindertagesstätte hängt ein riesiger Käse. Das meint zumindest die sechsjährige Jasmin, die auf das flache, weiße Gebilde über ihrem Kopf zeigt.

Die Kinder sind sich uneins, was das ist, das da unter der Decke schwebt: Die fünfjährige Manu zum Beispiel erkennt in der Acrylglasscheibe mit den großen Löchern die Darstellung eines Fußballs. Mehrere Dutzend weißer, grüner blauer und schwarzer Objekte hängen seit kurzem als Mobile im Foyer der neugebauten Kita St. Peter in Ehrang.Raum für Interpretation


Was stellt das runde Gebilde mit den Löchern nun da? Der Trie rer Künstler Bodo Korsig lässt es offen. "Ich wollte mit den abstrakten Figuren einen Spielraum für Assoziationen unabhängig von Alter und Herkunft schaffen", sagt Korsig.

Doch über die Interpretation einiger Formen herrscht Einigkeit bei den Kindern: Auch Zahlen, Buchstaben, ein Teddybär und ein Fallschirm schweben über ihren Köpfen. Einige der Älteren können schon den Anfangsbuchstaben ihres Namens ausmachen.

Korsig arbeitet vor allem mit Skulpturen und Installationen, die er in Städten wie Tokio, New York und Berlin ausgestellt hat. Auch in Trier tritt er mit seiner Kunst immer wieder in Erscheinung - etwa Anfang diesen Jahres mit seinem Mobile aus schwarzen Objekten mit dem Titel "Reise in die Vergangenheit", das in der Europäischen Kunstakademie zu sehen war.

In der Ehranger Kita profitieren währenddessen nicht nur die ratefreudigen Kinder von dem Kunstwerk: "Das Mobile strukturiert den großen, weißen Raum des Foyers und macht ihn wohnlicher", sagt die Leiterin der Kita, Andrea Herz.

Die Kita ist im April dieses Jahres in ihr neues Gebäude gezogen. Das Mobile belebe den anfangs noch kahlen Raum und helfe, dass sich Kinder und Erzieherinnen langsam immer mehr zu Hause fühlen, so Herz. "Das ist die beste Kunst am Bau, die man sich ausdenken könnte", sagt sie. Entsprechend den gesetzlichen Vorgaben flossen mit knapp 30 000 Euro etwa ein Prozent der Baukosten in Kunst am Bau - das Mobile.

Neben Spinnennetz, Gehirn und weißer Raupe erfreut sich übrigens die blaue Ziffer Drei besonderer Beliebtheit unter den Kindern - vor allem unter den Dreijährigen. Ob da wohl ein Zusammenhang besteht? red