Kindsein mit allen Rechten

Seit 1989, in Deutschland erst seit 1992, gelten die UN-Kinderrechts-Konventionen. Aber nicht überall in der Welt werden sie von allen beachtet, obwohl ihnen außer den USA und Somalia alle Länder zugestimmt haben. Aber auch in Deutschland gibt es Nachholbedarf. Deshalb organisieren Trierer Träger sowie Kinder- und Jugendeinrichtungen einen Aktionstag rund um die Kinderrechte.

Trier. (cofi) "In Deutschland sind die Kinderrechte verfassungsmäßig verankert und damit einklagbar. Aber die Realität ist doch in einigen Teilen eine andere", sagt Klaus Jensen. Keine Frage, genau deshalb ist es dem Trierer Oberbürgermeister Pflicht und Anliegen zugleich, als Schirmherr eine Aktion am Weltkindertag, Sonntag, 20. September, in seiner Stadt zu unterstützen. "Denn Kinder sind die, die sich am wenigsten wehren können und die geringste Lobby haben." Sensibilität bei den Menschen zu wecken, dass sie in Nachbarschaft, Familie, Schule darauf achten, dass Kinderrechte eingehalten werden, das sieht Jensen neben Information und Aufklärung als Zweck des Aktionstages auf dem Trie rer Hauptmarkt.

Beteiligen werden sich als Veranstalter und Organisatoren ein Dutzend Kinder- und Jugendhilfe-Träger und -Einrichtungen. "Alle Einrichtungen, die am Weltkindertag dabei sind, haben sich nicht nur für diese Veranstaltung nette Aktionen einfallen lassen, sondern arbeiten vor allem auch im Alltag daran, Kinder in ihren Familien in ihren Rechten zu stärken", erklärt Sandra Rouhi vom "triki"-Büro, das mit der Stadtjugendpflege die Organisation des zweiten Trierer Beitrags zum Weltkindertag übernommen hat. Jede Einrichtung widmet sich plakativ einem der Kinderrechte - Recht auf Bildung, Teilhabe, Mitbestimmung, freie Meinungsäußerung, Schutz, Frieden, auf ungestörtes Spiel. "Wir wollen zeigen, dass Kindheit nicht nur in geschütztem Raum stattfinden kann. Wir fordern: Gebt den Kindern das Kindsein zurück", sagt Rouhi. Denn während in anderen Ländern vielleicht Krieg, Hunger, Armut die Kinder in ihren Rechten beschneiden, seien es in reichen Ländern wie Deutschland auch diese sogenannten "Luxusrechte", für die sich das kämpfen lohnt, sagt Stadtjugendpflegerin Susanne Schmitz. "Die Aktion auf dem Hauptmarkt soll da spielerisch ranführen, soll aktivieren und provozieren, und wir wollen mit Kindern, Jugendlichen und Eltern ins Gespräch kommen." Kinderreporter werden unterwegs sein, es gibt ein Kinderrechte-Quiz, Bastel-, Mal- und Spielangebote rund ums Thema sowie niedrigschwellige Informationen.

Der Aktionstag am Weltkindertag-Sonntag, 20. September, kann von 11 bis 16 Uhr auf dem Trierer Hauptmarkt besucht werden.

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