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Kirmes feiern mit Winzern, Wein und Wehr

Kirmes feiern mit Winzern, Wein und Wehr

Waldrach hat seine Wein- und St. Laurentiuskirmes mit Wettkämpfen der Feuerwehr und einer Erlebnisweinprobe zum Mitmachen und Mitsingen gefeiert. Dabei wurde sogar ein Tabu gebrochen.

Waldrach (sj) Da hat sich der heilige Laurentius gewiss gefreut: Als Schutzpatron der Reben und Beschützer vor dem Feuer haben die Waldracher, ihrem Kirchenpatron zu Ehren, vier Tage lang Kirmes gefeiert. Und das mit mehr als 300 jungen und junggebliebenen Gästen bei einer außergewöhnlichen Weinprobe und allerlei Spielen und Wettkämpfen der Freiwilligen Feuerwehr Waldrach, deren Jugendfeuerwehr das 25-jährige Bestehen feierte. Und die Wehr darf natürlich nicht fehlen, als am Samstag Ruwerweinkönigin Kathrin I. mit der Feuerwehrleiter in die Höhe gefahren wurde, um dem Waldracher Kirchenpatron Laurentius einen Sonnenblumenstrauß zu überreichen. 24 junge Feuerwehrleute warteten danach geduldig in Reih und Glied, bis Katarina Barley, die Bundesfamilienministerin, ihnen die Hand zur Begrüßung reichte.
Viele Prominente aus Politik, 15 Weinhoheiten sowie viele andere Gäste verfolgten das Geschehen vor der Waldracher Kirche. Dann zog die Festgesellschaft zur Musik der Winzerkapelle Waldrach in einem langen Zug talwärts zum Festplatz.
Dort hatten sieben Waldracher Winzer mit ihrer Erlebnisweinprobe "Stilvoll. Glas leer 2.0" schon mehr als 300 Gäste angelockt. Sie saßen dicht gedrängt vor und im Familienzentrum und erlebten eine kurzweilige Weinprobe mit zwölf spritzigen Ruwerweinen und einem Winzersekt.
Die beiden Moderatoren Thomas Ambré und Wolfgang Mertes, beide Winzer und mit zünftigen Lederhosen bekleidet, heizten schon gleich am Anfang ihren weinfreudigen Gästen ein und erklären das Hauptritual des Abends, das auf jeden neuen Wein folgten sollte: "Zuerst kommt der Trinkspruch, dann müsst ihr ganz laut, bis man es in Kasel hören kann, ,Stilvoll Glas leer 2.0' rufen, und dann singen wir ganz laut das Stimmungslied ,Ich habe einen Engel geküsst'." Was auch im Laufe des erlebnisreichen Abends immer besser klappte. Natürlich hatten die Waldracher Winzer ihre Weinprobe auch mit allerlei Augen-, Ohren- und Gaumenschmaus gespickt. So gab es leckeren Schinken und Brote für die Hungrigen zur Stärkung zwischen den Weinen. Und dann brachen sie noch ein Tabu: Die Winzer schenkten ihren Gästen Bier aus der hauseigenen Brauerei eines Waldracher Lebensmittelmarktes aus. Bier bei einer Weinprobe, führte Rainer Krämer, einer der Winzer aus, sei gar nicht ganz so ungewöhnlich. "Einige Winzer in Amerika und Frankreich haben auch schon eigene Brauereien", erzählte der Winzer. Für einen Ohrenschmaus sorgte im Laufe des Abends Solotrompeter Markus Stoll mit seinen Liedern, während Elke Meyer mit ihrem Wein-Quiz und ihrem Kabarett beste Unterhaltung garantierte. Als dann der Hip-Hop-Tänzer Tony Curty mit seinem Körper darstellte, wie der Wein sich in ihm ausbreitet, stieg die Stimmung erneut, und die inzwischen weinseligen Gäste bedachten den Künstler mit viel Applaus.