Kita Trimmelter Hof zieht in alte Schule

Kita Trimmelter Hof zieht in alte Schule

Für Kinder und Erzieherinnen der Trierer Kindertagesstätte (Kita) Trimmelter Hof wird voraussichtlich ein medizinische Untersuchung angeboten. Vier Gruppen der seit zwei Wochen geschlossenen Einrichtung ziehen am Montag ins ehemalige Grundschulgebäude Tarforst.

Trier-Tarforst. Seit 26. März ist die Kita Trimmelter Hof dicht. Die Stadtverwaltung Trier zog die Notbremse, weil Staub- und Bodenproben auffällig hohe Werte von Schadstoffen ergeben hatten (der TV berichtete). Sie gelten als mögliche Auslöser der rätselhaften Reizungen von Augen, Haut und Atemwegen bei manchen Kindern und Erzieherinnen. Zudem werden mögliche Langzeitschäden an Organen befürchtet.

Während der Osterferien konnten alle sechs Kita-Gruppen das neue Grundschulgebäude in Tarforst provisorisch nutzen - bis zum heutigen Donnerstag. Morgen wird nur eine Notgruppe im deutsch-französischen Kindergarten angeboten, damit das Team den Umzug ins Dauer-Ausweichquartier organisieren kann: die ehemalige Tarforster Grundschule (Im Alten Garten).

Millionen-Projekt liegt vorerst auf Eis



Noch im November beschloss der Stadtrat, die in den 60er Jahren gebaute Schule für zwei Millionen Euro zu einer viergruppigen Kita um- und auszubauen. Dort sollte künftig der gewachsene Alt-Tarforster Kindergarten einziehen. Dieses Projekt liegt vorläufig auf Eis.

Stattdessen wird das Gebäude derzeit kurzfristig für die Trimmelter Kita-Gruppen hergerichtet. Handwerker streichen Wände, installieren kleinkindgerechte Sanitäranlagen und eine Küche, um angeliefertes Essen zu verteilen. Ein großer Raum bekommt eine Zwischenwand: "Dadurch können wir einen Schlafraum und einen Personalraum einrichten", erklärt Kita-Leiterin Ulrike Schmitt.

Ab Montag nutzen drei Kindergarten-Gruppen und die Hortgruppe das Gebäude. Die beiden "Nestgruppen" mit den Jüngsten bleiben noch bis Ende April in der neuen Grundschule und ziehen dann in zwei spezielle Container auf dem Schulhof der alten Schule. "So sind alle Kinder und das Team zusammen", erklärt Jugendamtsleiter Achim Hettinger den Vorteil dieser Lösung. Logistisch sei das am besten für die Eltern, den Essens-Lieferanten und den Shuttle-Busdienst, den die Stadt für morgens, mittags und nachmittags einrichtet.

Ob und wann eine Rückkehr ins angestammte Kita-Gebäude möglich wird, ist noch völlig ungewiss. Heute stellt sich ein Sachverständigen-Büro im Rathaus vor. Wann das baubiologische Gutachten fertig ist, hängt vom Umfang des Prüfauftrags ab. Nach den Ergebnissen richten sich wiederum Umfang und Dauer der Sanierung.

"Wir streben eine Rückkehr so zügig wie möglich an", verspricht Hettinger. Bei der nichtöffentlichen Elternversammlung am Dienstagabend hätten Vertreter des Gesundheitsamts zugesichert, Kindern und Erzieherinnen eine medizinische Untersuchung zu möglichen Auswirkungen der Schadstoffe anzubieten, eventuell zusammen mit der Uni-Klinik Mainz. Auf TV-Anfrage verweist das Gesundheitsamt noch auf Abstimmungsbedarf. EXTRA Schadstoffe: DEHP (Di-2-ethylphthalat) wird als Weichmacher eingesetzt und ist weit verbreitet. Laut dem Gutachten des Instituts für angewandte Umweltforschung kann die Substanz Störungen des Immunsystems und der Leber verursachen. DEHP-Gehalte von mehr als 1000 Milligramm pro Kilogramm seien als "sehr bedenklich" einzustufen. Gemessen wurden bis zu 4900 Milligramm. TBEP (Tris-(2-butoxyethyl)-phosphat) kann Schleimhäute reizen. Gehalte über 1000 Milligramm gelten als sehr bedenklich. Als höchster Wert wurden 5300 Milligramm gemessen. (cus)