Kita-Zukunftsgesetz Auswirkungen auf Schweich

Infrastruktur : Die Kitas Kinderland und Angela Merici wachsen

Eine Machbarkeitsstudie zeigt Lösungen für die Erweiterung zweier Kindertagestätten in Schweich auf. Mehr Platz fürs Kochen und Ruhen.

Was das Kita-Zukuntsgesetz (siehe Info) die Stadt Schweich kosten wird, lässt sich noch nicht genau beziffern. Fest steht aber bereits heute: Der erforderliche Ausbau der Kitas Kinderland, Angela Merici und St. Martin wird wohl mehrere Millionen Euro kosten. Im Sozialausschuss stellte Architekt Rolf Schuh (Schuh & Weyer, Schweich) am Donnerstagabend eine Machbarkeitsstudie vor, die der Stadtrat im August in Auftrag gegeben hatte. Sie soll die Grundlage für weitere Detailplanungen bilden.

Die im Sommer im Stadtrat aufgekommene Idee, durch die Belieferung aus einer Zentralküche Kosten zu sparen, wurde nach Prüfung mehrerer Optionen fallengelassen. Abgefragt wurden folgende Alternativen: Belieferung der drei Kitas durch die Lebenshilfe, Belieferung durch das Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium und Einrichtung einer Zentralküche durch die Stadt Schweich.

Wie Stadtbürgermeister Lars Rieger im Ausschuss mitteilte, empfehlen sowohl die Jugendämter beim Land und beim Kreis als auch die Betriebsträger der Kitas und das Kita-Personal, dass in den Einrichtungen frisch gekocht wird und die Kinder die Essenszubereitung miterleben und mitgestalten sollen.  Zudem müssten individuelle Bedürfnisse der Kinder wie chronische Erkrankungen, Allergien, Unverträglichkeiten und Ernährungsvorgaben aus Konfessionsgründen berücksichtigt werden.

Die Machbarkeitsstudien entstanden in enger Absprache mit Leitung und Team der Kitas sowie der Verwaltung und den Jugendämtern. Hier nun ein Überblick über die Ergebnisse der Studie in den Schweich Kindertagesstätten. Außen vor ist die Kita der Lebenshilfe. Sie wurde in der Bahnhofstraße neu gebaut und ist küchenmäßig gut ausgestattet.

Kita Kinderland: Die städtische Einrichtung in der Bahnhofstraße hat 90 Plätze in vier Gruppen. Wenn laut Prognose demnächst rund 80 Kinder dort frisch bekocht werden sollen, sind An- und Umbaumaßnahmen erforderlich. Bisher wird dort das Essen überwiegend aus Tiefkühlkost zubereitet; nur die Beilagen und der Nachtisch werden frisch dazu gereicht. Wie Architekt Rolf Schuh erwähnte, wurden mehrere Erweiterungsoptionen geprüft, darunter der Ausbau beider Gebäudeteile mit Auslagerung der Turnhalle. Diese Variante und eine andere mit Küche und Mensa im vorderen Bereich und rückwärtigen Ergänzungsräumen wurden von der Kita-Leitung als schwierig eingestuft. Als Favorit beim Personal und den Jugendämtern schälte sich eine Variante mit Ausbau im hinteren Bereich Richtung Straße Altenheim/Villa Mentis heraus (siehe Lageplan) Die Küche (dann mit vorgeschaltetem Spülbereich) wandert von vorne nach hinten, es entsteht eine 45 Quadratmeter große Mensa, die mit einer Falttür abgetrennt und so bei Bedarf in den Spieleflur integriert werden kann. Zusätzlich wird ein dritter Wickelbereich geschaffen.

Kita Angela Merici (Schweich-Issel): Die Einrichtung steht unter der Betriebsträgerschaft der Kita gGmbH. Sie hat derzeit sieben Gruppen mit 125 Plätzen, zwei Gruppen sind in Containern untergebracht. Laut Kreisjugendamt kann das Provisorium ein weiteres Jahr bleiben, wenn mit dem ohnehin vorgesehenen Nebenraumprogramm gleichzeitig eine sechste Gruppe ausgebaut wird. Laut Architekt Schuh sieht die favorisierte Variante so aus, dass im Erdgeschoss eines Anbaus alle notwendigen Räume untergebracht werden können. Küche und Mensa sollen zum Mittelpunkt der Kita werden. Eine Ausbaureserve im Obergeschoss könnte vorgehalten werden, falls durch Baugebiete in Issel weiterer Betreuungsbedarf für Kinder entstehe.

Auch die Kita Angela Merici in Schweich-Issel soll ausgebaut werden (roter Bereich). Die benötigten Räume können im Erdgeschoss untergebracht werden. Ob das Dachgeschoss als Ausbaureserve vorgehalten wird, steht noch nicht fest. Foto: TV/schuh + weyer architekten

Kita St. Martin: Hier werden 110 Kinder betreut, die Küche ist für 68 Essen ausgelegt. Laut Stadtbürgermeister Rieger fehlt noch die Rück­meldung der Rendatur, ob die bestehende Küche ausgebaut werden kann oder ein Anbau erforderlich ist.