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Klänge des Südens im Winzerkeller

Klänge des Südens im Winzerkeller

Jan Dijker und Oliver Jaeger sind das Duo Fado Instrumental. Sie machen portugiesische Volkmusik. Im Gewölbekeller des Winzerkellers in Fell erlebten 60 Gäste auf Einladung der Katholischen Erwachsenenbildung Musik voller Sehnsucht.

Fell. (kat) "Fado ist Musik für das Volk", erklärt Oliver Jaeger. Es seien Lieder, die das Leben schreibe, "und immer voller Poesie". Fado heiße übersetzt Schicksal. Und deshalb klingen während des Konzerts im Gewölbekeller des Winzerkellers immer Melancholie und Sehnsucht mit. Schon nach den ersten Tönen der portugiesischen und spanischen Gitarre erkennen die Zuhörer, dass Gabriele Gorges von der Katholischen Erwachsenenbildung ein gutes Händchen hatte, als sie nach einem Fadokonzert in Kanzem die beiden Musiker nach Fell eingeladen hatte. Dass ausgerechnet zwei Männer aus dem niederländischen Utrecht portugiesische Volksmusik spielen, hängt damit zusammen, dass die Künstler Portugal lieben. Und diese Leidenschaft machen sie mit jedem Ton spürbar.

Jan Dijker und Oliver Jaeger bedienen einfühlsam Saiten und das Bandoneon. Zu den Stücken erzählt Jaeger tragische Lebensgeschichten oder beschreibt Landschaften. Musikalisch stellt das Duo etwa dar, wie Sonnenstrahlen es schaffen, die plötzlich aufgetauchte Schwermut einer jungen Frau wegzuwischen, oder sie erzählen mit ihren Instrumenten von einer schicksalhaften Abmachung zwischen einer Zigeunerin und dem Mond.

Aber Fado hat neben der wehmütigen noch eine andere Seite: Im zweiten Teil werden die Stücke leichter und heller. Das Duo spielt Fado aus verschiedenen Jahrzehnten, bekannte Stücke ebenso wie Eigenkompostionen. "Diese Musik hat Jan für einen Film komponiert, dessen Drehbuch noch geschrieben werden muss", kündigt Jaeger das Stück an. Vielleicht werden diese Kompositionen bald für einen Film gebraucht. Tief berühren werden sie garantiert.