1. Region
  2. Trier & Trierer Land

Klares Ja zu mehr Handel am Stadtrand von Schweich

Registrierungspflichtiger Inhalt: Stadtentwicklung : Klares Ja zu mehr Handel am Stadtrand von Schweich

Der Stadtrat Schweich hat in seiner letzten Sitzung dieses Jahres per Grundsatzbeschluss den Kurs zum weiteren Ausbau des Einzelhandelsangebots abgesteckt. Dabei ging es auch schon um die mögliche Aufteilung.

Das Schweicher Gewerbegebiet Schlimmfuhren hätte noch Platzkapazitäten für weiteren, großflächigen Einzelhandel. Und nach einer Erhebung der Industrie- und Handelskammer wäre dort auch noch genügend Nachfrage vorhanden (der TV berichtete). Der Pirmasenser Einzelhandelskonzern Wasgau zeigt Interesse, dort einen Vollsortimenter mit 1500 Quadratmetern Verkaufsfläche hinzustellen. Daneben wäre noch Raum für zwei große Non-Food-Fachmärkte (Nicht-Lebensmittelbereich).

Die freie Fläche ist  neben dem bestehenden Lidl-Markt vorhanden, doch baurechtlich liegt sie  schon außerhalb des geltenden Bebauungsplans. Der Plan wäre daher fortzuschreiben, und parallel dazu müsste die Verbandsgemeinde den Flächennutzungsplan ändern. Außerdem ist das Einzelhandelskonzept fortzuschreiben, das die Rechtsgrundlage für die Ansiedlung von Aldi und Lidl bildete.

Der städtische Bauausschuss hatte die Wasgau-Pläne positiv bewertet und dem Stadtrat  empfohlen, die notwendigen Verfahren in die Wege zu leiten. Nun lag  der Ball beim Stadtrat zur Grundsatzentscheidung, ob man der neuen Entwicklung zustimmen wolle und dementsprechend die erforderlichen planerischen Verfahren einleiten werde.

Zur Beratung und Information hatte Stadtbürgermeister Lars Rieger  den Projektentwickler Bernd Köhler aus Bad Kreuznach und den Stadtplaner Daniel Heßer aus Wittlich eingeladen. Beide schickten voraus, dass sie nur dann die Planung angehen würden, wenn eine  klare Stadtratsentscheidung für das Projekt vorliege.

Dann erläuterte  Köhler die Wünsche der möglichen Investoren. Einen Vollsortimenter (Supermarkt) mit 1500 Quadratmetern Verkaufsfläche, daneben zwei große Fachmärkte (Non-Food), die gemeinsam auf 1000 Quadratmeter gehen wollen. Köhler: „Heute Abend geht es uns nur darum zu erfahren, ob wir loslegen können. Wir müssen  wissen, ob das für Schweich zulässig wäre.“

Im Rat flammte etwas Skepsis auf. Etwa Johannes Lehnert (FWG): „Was bedeutet ,Non-Food’? Wir müssen darauf achten, dort keine zu große Konkurrenz für die Innenstadt zu schaffen.“ Insgesamt aber  herrschte fraktionsübergreifend eine „Wir-machen-das-Stimmung“. Das Votum, in das Verfahren einzusteigen, erfolgte einstimmig.

Ebenfalls einstimmig beschloss der Rat auf Antrag der CDU-Fraktion eine Neugestaltung der städtischen Grünflächen auf den Friedhöfen in Schweich und Issel. Vermehrt gebe es Hinweise auf Missstände in den Anlagen, etwa auf hohe Stolperfallen durch Absenkungen. Geklagt werde auch über eine zunehmende „Unkraut-Optik“, da keine Unkrautvernichtungsmittel mehr verwendet werden dürften. Mit der Prüfung und Umsetzung der Neugestaltung, zu der auch Rasenaussaaten und Baumanpflanzungen gehören könnten, sollte ein Garten- und Landschaftsbaubetrieb beauftragt werden. Auf einstimmigen Beschluss wird zunächst der Bauausschuss das Projekt vorberaten.

Der weitere CDU-Antrag betraf die Errichtung einer Urnen- oder Urnenwand auf dem Isseler Friedhof. Zunächst soll der Ortsbeirat Issel eine Empfehlung zu Standort und Gestaltung einer solchen Wand erarbeiten.

Der Forstwirtschaftsplan 2020 wurde von Revierförster Philipp Schreiber erläutert. Nach jahrelangem Plus schließt der Plan diesmal mit einem Minus von rund 15 000 Euro. Aus dem Verkauf von 785 Festmetern Holz ergibt sich ein Gewinn von rund 28 000 Euro. Davon gehen ab: Neuanpflanzungen (4500 Euro), Waldschutz gegen Wildverbiss (6500 Euro), Instandsetzung Wirtschaftswege (5000 Euro), Revierdienstkosten (17 000 Euro), Grundsteuer (8700 Euro) sowie Berufsgenossenschaftsbeiträge und Feuerversicherung.