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Klaviermusik von und für jedermann auf bunten Pianos in Trier verteilt

Kultur : Klaviermusik von und für jedermann

Bunte Pianos in der Stadt verteilt, die frei bespielbar sind: Dieser Idee folgt „My urban Piano“ vom 11. bis 27. September. Spieler und Helfer werden noch gesucht.

Ob Jung oder Alt, Virtuose oder Alle-Meine-Entchen-Spieler: Bei dem Projekt „My urban Piano“ ist normalerweise jeder, der durch die Stadt läuft, eingeladen und angehalten, sich ans Piano zu setzen und ein paar Takte zu spielen.

Problem der Idee während Corona: Spielt jemand gut, und Menschen beginnen, sich eng um ihn und das Piano zu scharen, besteht eine erhöhte Infektionsgefahr. Diese ist außerdem gegeben, wenn viele verschiedene Menschen die Tasten des Klaviers bedienen.

Daher hat sich die Kulturkarawane als Veranstalter  ein Konzept ausgedacht: Eine Anmeldung vor dem Spielen ist verpflichtend. Hygienebeauftragte an den Klavieren beobachten stets das Geschehen, und Pianopaten kümmern sich um die Klaviere.

Damit die Klaviere auch etwas hermachen, wenn sie nicht bespielt werden, wurden sie speziell und von verschiedenen Künstlern gestaltet: Bunte Bemalungen wie auf dem Piano der Integrativen Kita am Bach, oder auch dezent in weiß mit einigen Verzierungen gehalten – für jeden Geschmack ist etwas dabei. Mitgestaltet hat vor allem die freischaffende Künstlerin Anja Streese.

Die zwölf Instumente selbst stellt Piano Marcus Hübner. Der Trierer Betrieb feiert sein 30-jähriges Bestehen und wollte zu diesem Anlass etwas Besonderes machen statt der Konzerte bei den vergangenen Jubiläen.

Einen Tag vor dem Beginn des Projekts spielt der Künstler Kit Armstrong am Donnerstag, 10. September, um 20 Uhr im Brunnenhof nahe der Porta Nigra ein Konzert, für das es drei Ticketklassen gibt. In der ersten Ticketklasse sind zwei Euro fällig, im Laufe des Abends wird dann gefragt, ob man doch mehr zahlen möchte. In der mittleren Klasse sind neun Euro als Standardticketpreis zu zahlen. Mit diesem Preis ist auch Armstrong einverstanden. Die dritte Klasse ist das Supporter-Ticket für 15 Euro.

Jochen Leuf, Geschäftsführer der Kulturkarawane, berichtet: „Der aktuelle Preis der Tickets liegt im Durchschnitt etwa bei 12 Euro. Das zeigt also, dass deutlich mehr Menschen das Supporter-Ticket als das Spar-Ticket kaufen.“

Einige Anmeldungen für Spieltermine hat die Kulturkarawane bereits erhalten, unter anderem von Musikschulen und Grundschulen, die einen Probeunterricht planen.

Die Pianos sind absichtlich nicht mit Absperrungen und Sitzplätzen ausgestattet, um das Ziel der Kulturkarawane, nämlich Kultur für jeden zugänglich zu machen, umzusetzen. Für die Zukunft äußert Jochen Leuf die Idee eines Austauschs der Pianos mit anderen Städten.

Weitere Mitwirkende an dem Projekt sind Toby Urban, Veranstaltungstechniker und Hygienebeauftragter der Kulturkarawane, Lucia Hahn, Projektmanagerin der Kulturkarawane, sowie die City-Initiative, vertreten durch den Vorsitzenden Patrick Sterzenbach, die vor allem durch ihre Beziehungen in der Stadt bei der Umsetzung geholfen hat. Unterstützt wird das Projekt durch die Kulturstiftung Trier, vertreten durch den Vorstandsvorsitzenden Andreas Ammer, und die Sparkassenstiftung, vertreten durch Christian Göbel.

Eine etwas andere Aktion mit bunten Klavieren gab es schon früher in Trier. Georg Kern (Musikhaus Reisser) hat mit dem Verein Hauptsache Musik Kinderkulturklaviere vermittelt und fortlaufend betreut (der TV berichtete).

Weitere Konzerte: Eins – Tobias Schmitz, 11. September, 18 Uhr, Domfreihof.

Lavalu, 18. September, 19 Uhr, Domfreihof.

David Ianni, 26. September, 19 Uhr, Domfreihof.

Infos zu Tickets, Anmeldung zum Spielen und Kontakt für Helfer:
www.kultur-karawane.de