Klein, praxisnah und nicht so grün

Klein, praxisnah und nicht so grün

TRIER. Elf Geographie-Studenten haben sich die Universität Trier für ein Austauschprogramm auserkoren. Ihr Gastaufenthalt neigt sich in diesen Tagen dem Ende zu. Von ihrem Aufenthalt und den Menschen in Trier sind die jungen Leute überaus angetan.

Die baltischen Staaten Estland und Lettland bilden einen Schwerpunkt des Erasmus-Programms des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD), mit dem unter anderem elf Geographie-Studenten einen mehrmonatigen Aufenthalt an der Universität Trier absolvieren. Die Anzahl sei erfreulich, sagt Johannes Michael Nebe, mit dem es die Geographie-Studenten in ihrer Trierer Zeit zu tun haben. Daneben werden sie von Hilmar Schimming betreut. Insgesamt gibt es 123 Auslandsstudenten in Trier. Ana Berta Garcia aus Salamanca ist "glücklich" in Trier, obwohl alles "ein wenig klein" sei im Vergleich zu ihrer spanischen Heimat. Vor einem halben Jahr hatte die 22-Jährige noch keinen blassen Schimmer von der deutschen Sprache, doch jetzt spricht sie perfekt, was ihr ein Lob von Nebe einbringt. Auch die Kommilitonen, deren Aufenthalt in Trier nicht so lange dauerte, haben keine sprachlichen Probleme mehr - nur am Anfang ihres Aufenthalts war das anders. Ein Beispiel: Die "ganz normalen Vorlesungen", die sie wie die deutschen Studenten besuchten. Da war "volle Konzentration" nötig. Diese galt der Sprache und dem vermittelten Stoff. Denn: Eine Extra-Wurst bekamen die Gast-Hörer nicht gebraten. Die Sprache zu lernen oder ihr Deutsch zu verbessern, spielt für die jungen Ausländer eine wichtige Rolle - aber nicht die entscheidende. Vielmehr wollen die Erasmus-Studenten Erfahrungen an einer fremden Hochschule sammeln. Sei es, um den wissenschaftlichen Betrieb kennen zu lernen, oder um das fachliche Wissen zu verbessern oder zu vertiefen. Geographie und Deutschland passten sehr gut zusammen, ist sich die Runde der Gaststudenten einig. Gabriella Lovaszi (23) aus Ungarn belegt Angewandte Geographie und hat Unterschiede zu ihrer Heimat-Universität in Budapest herausgefunden: Daheim werde sehr viel theoretisches Wissen vermittelt, aber das sei es dann auch. Was die junge Ungarin in Deutschland schätzt, ist der große Praxisteil, weshalb sie sich überlegt, ein Praktikum dranzuhängen oder wiederzukommen. Trier war für die elf Studenten zwar nicht der Nabel der universitären Welt. Dennoch bereut niemand von ihnen seine Entscheidung für Trier. Vielleicht liegt es auch daran, dass sich die Hochschullehrer um ihre Studenten kümmern. Diese Einschätzung teilen mehrere Gaststudenten und unterstreichen, dass sie viele neue Erkenntnisse mitnähmen. Dace Mangale (30, Biogeographie) aus Riga nennt die völlig andere Landschaft als in Lettland: "Bei uns ist alles flach." Fach-Exkursionen führten bis ins saarländische Völklingen, in die Vulkaneifel oder die Mittelmosel. Darüber hinaus wurden die Stadt und das Umland untersucht. Stadtplanung und Infrastruktur kommen nicht immer gut weg im Urteil der Gäste. Viele Verbote hätten sie ausgemacht und auch, dass Trier gar nicht so grün sei, wie es vorgebe, erklärt Pille Rossi (24) aus Tartu in Estland. Luis del Romero (24, Angewandte Geographie) aus Valencia durfte sich zwischen Berlin, Mainz und Trier entscheiden: Trier sei die richtige Wahl gewesen, meint er.

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