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Kleine Schritte auf dem Weg zur Weltrettung

Kleine Schritte auf dem Weg zur Weltrettung

Charlotte Kleinwächter hat den 1999 gegründeten Verein Lokale Agenda 21 Trier (LA 21) fast von Anfang an begleitet. Unter ihrer Führung haben sich Projekte wie das Zukunftsdiplom, das Weltbürgerfrühstück oder das Repair Café etabliert. Nach ihrem Abschied von der LA 21 lässt die 51-Jährige ihre Zeit dort Revue passieren - und verrät, wo sie künftig arbeiten wird.

Trier. "Hier komme ich und rette die Welt", sagte sich Charlotte Kleinwächter, als sie ihren Dienst bei der LA 21 vor 16 Jahren begann. Die aus Hannover stammende Geografin, die zum Studium nach Trier gekommen war, musste erst lernen, dass Veränderungen viel Zeit, Geduld und noch mehr Engagement benötigen.
Ökologisches Denken


Schon in Jugendjahren seien ihr ökologisches Denken und der nachhaltige Umgang mit Umwelt und Ressourcen ein großes Anliegen gewesen, erzählt sie. Sich auch beruflich für diese Ziele einsetzen zu können, war für sie ein Glücksgriff. "In der Anfangszeit ging es vor allem darum, ein Netzwerk aufzubauen und einzelne Aktivitäten zusammenzuführen, die es schon vorher gab", erzählt Kleinwächter. Inzwischen spinne sich um den Verein ein "Riesennetz" mit vielen engagierten Helfern, die Kleinwächter liebevoll "Überzeugungstäter" nennt. Ständig gebe es neue Anregungen. Bei einer solchen Flut an Möglichkeiten sei es oft nötig zu filtern, nein zu sagen und die eigenen Grenzen zu erkennen: Für einen Verein mit limitiertem Budget und Personal ist nicht jedes Projekt umsetzbar, das zunächst vielversprechend klingt.
Zusammen mit dem Vereinsvorstand und verschiedenen Partnern hat Kleinwächter zahlreiche Aktivitäten und Projekte auf den Weg gebracht. "Besonders über niedrigschwellige Angebote wie das Zukunftsdiplom können wir Menschen für uns gewinnen." Der tatsächliche Erfolg der einzelnen Aktionen lasse sich allerdings nur schwer messen. "Es gibt zum Beispiel keine regelmäßigen Berichte über die Entwicklung des CO{-2}-Ausstoßes in der Stadt. Es wäre wünschenswert, hier in Zukunft Ziele zu setzen." Dies gehe nur Hand in Hand mit Rathaus und Stadtrat. Diese arbeiteten zwar eng mit der LA 21 zusammen, könnten letztlich aber noch stärker mit dem Verein verzahnt sein.
"Speziell der Verkehrsbereich ist strukturell schwierig", sagt Kleinwächter. Obwohl Trier noch immer kein Ort ist, an dem das Fahrrad das Auto abgelöst hat und vorwiegend Fairtrade-Produkte oder Regionales auf den Teller kommt, zieht Kleinwächter eine positive Bilanz: "Man muss die kleinen Schritte sehen."
Chance für neue Impulse


Mit ihrer Kündigung ist Kleinwächter gleichzeitig dem Verein beigetreten. Sie werde dort jedoch eher passiv bleiben, um den Weg für ihre Nachfolgerin, die Humangeografin Sophie Lungershausen, freizumachen. "Für den Verein ist das eine große Chance für neue Impulse."
Kleinwächter wird in Zukunft als Klimaschutzmanagerin beim Bistum tätig sein. "Die Zeit bei der LA 21 war toll, aber in mir war das Gefühl, dass ich eine Veränderung brauche."
Trotz des Wechsels bleibt eines für Charlotte Kleinwächter gleich: Sie hat die Möglichkeit, an einem Thema zu arbeiten, das ihr persönlich am Herzen liegt.