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Kleine Spenden sollen die Kultur- und Gastroszene in Trier unterstützen

Kostenpflichtiger Inhalt: Mutmacher : Kleine Spenden sollen die Kultur- und Gastroszene in Trier unterstützen

Kleine Spenden sollen zumindest symbolisch die Kultur- und Gastroszene Triers unterstützen.

Kreuzchen, Striche und Zahlen zieren normalerweise die Bierdeckel in Kneipen. Doch im Moment bleiben sie unbeschrieben. Das soll sich ändern, denn der Trierer Corona-Soli soll mit einem symbolischen Bierdeckel den Zusammenhalt der Menschen mit den Gastronomie- und Kulturangeboten der Stadt darstellen. Die Idee dahinter: An einem „normalen“ Tag hätte ein Kunde einen bestimmten Betrag in einem jetzt geschlossenen Betrieb ausgegeben. Sei es das Bier zum Feierabend, ein Essen mit Freunden oder ein Theater- oder Kinobesuch am Wochenende. Warum also nicht trotzdem etwas bezahlen? Ein virtueller Konsum, aber reales Geld, das ohne Spendenquittung direkt an das jeweilige Unternehmen geht.

Zur Frage, wie die Unterstützung beim jeweiligen Empfänger ankommt, benennen die Grünen, Initiatoren des Corona-Solis, gleich mehrere Möglichkeiten: eine Geldsendung per Post, ein Umschlag, der in den Briefkasten direkt eingeworfen werde. Oder einfach einen Betrag per Banküberweisung verschicken. Die Daten dafür seien bei den meisten Unternehmen auf der Webseite zu finden. Viele Betriebe bevorzugen an der Stelle den Weg über die Bank – oder haben bereits ein Paypal-Spendenkonto eingerichtet, wie etwa Lucky’s Luke.

Derzeit sei man dabei herauszufinden, wie die rechtliche Lage hier aussehe, erzählt Jens Buchner, Leiter des Wahlkreisbüros von Corinna Rüffer. Hilfreich wäre es, wenn Finanzbehörden zeitnah eine entsprechende Art Anleitung herausgeben würden, wie private Unterstützungsaktionen für Künstler und Gastronomen – auch über Internetplattformen – finanzrechtlich gehandhabt werden.  „Momentan stochern wir da im Nebel, wie in vielen Angelegenheiten.“ Schließlich solle den Betrieben durch die Hilfe kein Nachteil entstehen.

Weiterhin sei es wichtig, dass die Politik die Kultur und Gastronomie unterstützt. „Mit der Idee möchten wir vor allem gegen die Ohnmacht ankämpfen, die viele in dieser Situation ergreift“, sagt Jens Buchner. Als Gegenmittel soll dieses solidarische Handeln dienen.

Eingeklinkt hat sich jetzt auch der Verein Games Ahead. Zwölf Start-ups aus dem Bereich Informatik und Spieleentwicklung sind gerade dabei, eine virtuelle Plattform für Gutscheine zu entwickeln, so dass man sich auch vom heimischen Sofa aus solidarisch zeigen kann.

Alles, was gemacht wird, um den Handel, die Gastronomie und Kulturszene ins Bewusstsein zu rücken, sei an sich eine gute Sache, kommentiert Eric Naunheim, Geschäftsführer vom Louisiana, Kasino am Kornmarkt und Donna Mia, den Vorschlag des Corona-Solis. Jedoch schlägt er vor, doch lieber Gutscheine zu kaufen, um so das Minus aktuell ein wenig abzufedern. „Ob die später verfallen gelassen werden oder erst zu einem Zeitpunkt eingesetzt werden, an dem es den Betrieben wieder besser geht, gilt für jeden selbst zu entscheiden“, sagt Naunheim. Gerade der Aspekt, dass Menschen Geld per Post oder direkt in den Briefkasten werden, hält er hingegen für kontraproduktiv. „Die Leute sollen zu Hause bleiben und so die Risikogruppen weiter schützen!“