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Kleine und große Kämpfer trotzen dem Regen

Kleine und große Kämpfer trotzen dem Regen

Mehr lagernde Mittelalterfreunde als im Vorjahr und ein attraktives Programm: Die dritte Auflage des Bogenspectaculums an der Burgruine Baldenau hat am Samstag unter dem trüben und regnerischen Wetter gelitten doch am Sonntag kamen tausende Besucher.

Hundheim. Zunächst sah es so aus, als ob das Wetter bei den Mittelalterfreunden während des dritten Bogenspectaculums an der Burgruine Baldenau nicht mitspielt. Regen, Blitz und Donner haben die Besucher am Samstag veranlasst, bereits früher als geplant wieder abzufahren. Doch am Sonntag hätten sich die Erwartungen der Organisatoren an die Besucherzahlen erfüllt, sagt Dirk Rölleke, Vorsitzender des Fördervereins Burgruine Baldenau. Eine genaue Besucherzahl könne er erst nach Auszählung der Eintrittsgelder nennen, sagt er. Im Vorjahr waren etwa 8000 Besucher zur Baldenau gekommen. Eine für Samstag Abend geplante Feuershow musste kurzfristig abgesagt werden. Der abendliche Auftritt des Bänkelsängers Amo konnte allerdings stattfinden. Die Gemeindeverwaltung Morbach als Ausrichter der Veranstaltung und der an der Organisation beteiligte Förderverein hatten im Vorfeld einiges gegenüber den Vorjahren umgeplant, um die Attraktivität des Bogenspectaculums weiter zu erhöhen.
Auf der in diesem Jahr vergrößerten Schotterfläche gegenüber der Brücke zur Baldenau hat ein Tavernenplatz mit zahlreichen Sitzmöglichkeiten die Besucher zum Verweilen eingeladen. Der Förderverein habe extra für die Veranstaltung ein Versorgungszelt in mittelalterlicher Optik angeschafft, in dem Templerbier ausgeschenkt wird, sagt Peter Tresch vom Förderverein.
Der Burginnenhof selbst sei dieses Jahr bewusst als Eventfläche freigehalten worden, sagt Rölleke. "Eine Musikveranstaltung innerhalb der Mauern kommt besser als auf der offenen Wiese", sagt er.
Gäste lieben Badehaus

Kleine und große Kämpfer trotzen dem Regen
Foto: Christoph Strouvelle (cst) ("TV-Upload Strouvelle"
Kleine und große Kämpfer trotzen dem Regen
Foto: Christoph Strouvelle (cst) ("TV-Upload Strouvelle"


Der Balduin, eine am Tavernenplatz frisch geprägte Münze, soll die Besucher an das Spectaculum erinnern. Dazu sei die Anzahl der lagernden und ausstellenden Mittelalterfreunde deutlich gestiegen: 350 Aktive seien in diesem Jahr zur Baldenau gekommen, sagt Rölleke, etwa doppelt zu viele wie im Vorjahr.
Bis zum Beginn des Regens haben diese schon am Samstag ein Programm mit Schwertkämpfen, Bogenschießen und Marionettentheater geboten, das die Besucher sichtlich in ihren Bann gezogen hat. Als für Kinder äußerst attraktiv hat sich der Kampf um eine Schatztruhe herausgestellt: Bewaffnet mit Rohren aus Schaumstoff und mit wildem Geschrei sind sie auf die mit Helm und Schild geschützten Mittelalterfreunde der Sprengelburger Ritterschaft aus dem Nahe- und dem Glantal losgestürmt. Klar, dass bei diesem Spiel die Kinder die Oberhand behalten haben. "Wir haben uns gefühlt wie echte Ritter", sagen die neunjährige Inga und ihr sechs Jahre alter Bruder Florenz.
Die 16 Personen starke Ritterschaft lagert zum ersten Mal an der Baldenau. "Wir haben uns die Veranstaltung im vergangenen Jahr angeschaut, das Ambiente hatte uns gut gefallen, so dass wir uns dieses Jahr beteiligt haben", sagt Markgraf Johannes de Brassi alias Jochen Braß von der Ritterschaft. Vor allem das Bogenturnier, an dem sich einige Mitglieder der Gruppe beteiligen und das laut Braß in der Form sonst nirgends vorhanden sei, habe sie angelockt. Zudem geben sich die Veranstalter viel Mühe, dass es den Teilnehmern gefällt, ergänzt er.
Dazu gehörten kostenloses Feuerholz, sehr saubere Toiletten und Essensstände, die bereits Tage vor dem eigentlichen Event die Lagernden versorgt haben, sagt Braß. Auch der Künstler Severinus der Jüngere mit seinem Zauberspektakel ist erstmals an der Baldenau. "Es ist eine sehr gute Mischung zwischen Szene und öffentlichen Besuchern", ist sein Eindruck der Veranstaltung.
Eine hervorstechende Attraktion unter den zahlreichen Angeboten beim Bogenspectaculum ist auch das schottische Badehaus des Völklingers Heiko Ferdinand. Nicht nur Lagernde nutzen das mit einer Gastherme beheizte und mit einer Sandfilteranlage versehene Becken in seiner Taverne, auch Besucher kämen extra, um bei ihm zu baden, sagt er.