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Kleiner Brand, großer Einsatz

Kleiner Brand, großer Einsatz

Ein kleiner Brand in einem Kanalschacht auf dem Gelände des Klinikums Mutterhaus in Trier hat am Dienstagvormittag einen Großeinsatz von Polizei und Feuerwehr ausgelöst. Weil der Rauch in zwei Nebengebäude gezogen war, mussten diese geräumt werden. Verletzt wurde niemand.

Trier. Schwarz angekokelt sind die Elektroleitungen, die durch den Kanalschacht laufen, mit dem das Hauptgebäude des Mutterhauses und dessen Nebengebäude verbunden sind. Dutzende Zigarettenstummel und kleine, undefinierbare Müllfetzen liegen auf, neben und unter den Kabeln. Eine durch die Löcher im Kanaldeckel geworfene, noch glühende Zigarettenkippe könnte den Unrat zum Brennen und Qualmen gebracht und so den Großeinsatz von Polizei und Feuerwehr ausgelöst haben.
Der Qualm war durch den Versorgungsschacht in das alleinstehende Strahlentherapiegebäude gezogen. Gegen 10.20 Uhr stieg den Mitarbeitern dort der Brandgeruch in die Nase. Weil bei Krankenhäusern besondere Notfallpläne gelten, löste die Feuerwehr Großalarm aus. Mit jeweils mehreren Fahrzeugen rückten nicht nur die Berufsfeuerwehr, sondern auch die freiwilligen Feuerwehren aus Trier-Mitte, Kürenz und Olewig an. Auch die Polizei schickte ein Großaufgebot. Die Feldstraße wurde gesperrt.
Die zehn Patienten, die zur Behandlung im Strahlentherapiegebäude waren, und auch 19 Mitarbeiter mussten vorsorglich das Gebäude verlassen. Auch in die benachbarte Villa Kunterbunt war der Rauch gezogen. Acht Patienten und 14 Mitarbeiter der ambulanten Einrichtung für schwer kranke Kinder wurden evakuiert. Die Räumungen verliefen problemlos, niemand kam zu Schaden. "Es handelte sich ja um ambulante Patienten, nicht um bettlägerige", sagte Michael Metzdorf, stellvertretender Geschäftsführer der Klinik.
Der kleine Brandherd im Kanalschacht war schnell gelöscht. "Die Situation war zu keiner Zeit kritisch oder gefährlich", sagt Rudolf Schönhofen, der den Feuerwehreinsatz leitete.
Weil der Versorgungsschacht, durch den verschiedene Computer- und Elektroleitungen laufen, zum Haupthaus hin abgedichtet ist, konnte der Qualm nicht in das eigentliche Klinikgebäude eindringen. Um möglichen Gefahren vorzubeugen, hätten sonst auch die Stationen, auf denen zurzeit 688 Patienten untergebracht sind, evakuiert werden müssen. Damit haben Krankenhaus und Rettungsdienste Erfahrung: Als im März 2007 bei Bauarbeiten eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg auf dem Gelände gefunden wurde, musste die gesamte Klinik geräumt werden.
Gestern blieb der Feuerwehr nach ihrem eigentlichen Einsatz nur, das Strahlentherapiegebäude und die Villa Kunterbunt zu belüften, um den teilweise starken Qualmgeruch zu vertreiben. Die Sperrung der Feldstraße wurde gegen Mittag aufgehoben. Der Feuerwehreinsatz war am frühen Nachmittag beendet.
Am heutigen Mittwoch sollen beide Gebäude wieder voll genutzt werden können. Die Strahlentherapie-Patienten - rund 120 am Tag - erhalten Ersatztermine.
Um einen ähnlichen Vorfall zu vermeiden, will die Klinik prüfen, wie die Kanaldeckel abgedichtet werden können, um zu verhindern, dass brennbarer Unrat und Zigarettenstummel sich weiterhin in den Schächten sammeln und entzünden können und so erneut einen Großeinsatz von Polizei und Feuerwehr verursachen würden.