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Kleines Dorf präsentiert seine große Geschichte

Kleines Dorf präsentiert seine große Geschichte

800 Jahre Geschichte auf gut 300 Seiten: Die Gemeinde Lorscheid gibt am Pfingstwochenende ihre eigene Chronik heraus. Karl-Heinz Knobloch hat darin Wissenswertes zusammengetragen - von der ersten Erwähnung des Orts über die Bräuche bis hin zu den Vereinen.

Lorscheid. "Das 800-jährige Bestehen Lorscheids war für mich ein willkommener Grund, nochmals tiefer in der Vergangenheit zu forschen und alle Erkenntnisse zusammenzufassen", erklärt Karl-Heinz Knobloch, Autor der Dorfchronik. Dazu dienten ihm neben Unterlagen aus dem Landeshauptarchiv in Koblenz auch Informationen aus dem Stadt- sowie dem Bistumsarchiv in Trier. Zusätzlich hat der Chronist rund 50 Bücher gelesen, in denen er kleine und versteckte Hinweise auf Lorscheid vermutete.

Knobloch, selbst rund 30 Jahre Ortsbürgermeister in Lorscheid, interessiert sich seit Jahren für die Geschichte des Ortes. Im Kreisjahrbuch und dem in Hermeskeil bekannten "Schellenmann" veröffentlichte er immer wieder Berichte zum Zeitgeschehen in Lorscheid.

Erstmals wird Lorscheid in einem Güterverzeichnis der Benediktinerabtei St. Maximin in Trier aus den Jahren 1211 bis 1212 erwähnt. "In der unscheinbaren Urkunde in lateinischer Schrift trägt unser Ort noch den Namen Luncsheit", erzählt Knobloch.

Im August 2010 begann der Autor mit der Zusammenfassung der Ergebnisse seiner Recherchen. "Ich habe täglich bis zu acht Stunden daran gearbeitet. Und es hat mir viel Spaß gemacht." Mehr als 300 Buchseiten sind es insgesamt geworden; auf rund 100 Seiten sind Fotos und Urkunden aus alten Zeiten eingepasst. Themen sind zum Beispiel die Kelten und Römer ("Es gibt Hinweise auf eine römische Villa rustica in Lorscheid"), die Verbindung zur Benediktinerabtei, die Hexenverbrennungen, die Pfarrei und die Schule, aber auch die Auswanderer sowie die Weltkriege und die Zeit danach. Zudem hat Knobloch an die das Dorfleben prägenden Vereine, die Bräuche im Jahresablauf sowie an Geschichten und Sagen gedacht.

Chronist Knobloch wurde von einigen Helfern unterstützt. So haben ihm Ralph Lutz bei der Illustrierung und Formatierung und Stefan Räsch bei der Aufarbeitung von Fotos und Dokumenten zur Seite gestanden. Die Korrekturarbeit übernahm Karin Räsch.

Die Erstausgabe soll mit 500 Exemplaren gedruckt werden. Die Finanzierung erfolgt teilweise durch Sponsorengelder.

Die 800-Jahr-Feier findet am Pfingstwochenende von Samstag bis Montag, 11. bis 13. Juni, statt. Nach dem offiziellen Festakt am Samstag, 18 Uhr, im Dorfsaal soll die Chronik erstmals zum Verkauf angeboten werden. "Sie soll aber nicht nur einfach Chronik heißen", sagt Knobloch. Wir haben dem Werk einen Namen gegeben, den wir derzeit noch nicht verraten wollen." dis