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Kleines Volkstheater Trier: neuer Vorstand und neue Pläne

Kostenpflichtiger Inhalt: Nach 9 Monaten Pause : Kleines Volkstheater Trier - Neuer Chef, neue Termine, neue Wege

Nach neun Monaten Spielpause meldet sich das Kleine Volkstheater Trier zurück – mit personellen Veränderungen und einem ungewöhnlichen Shuttle-Service.

Lange nichts gehört vom Kleinen Volkstheater Trier. Am 19. Mai 2019 war die bislang letzte Aufführung des aktuellen Stücks „Römerzoores on Äbbelbaams-Tie“. Dann kam die übliche Sommerpause, und als es nicht wie gewohnt im Herbst weiterging, kamen die Gerüchte: Probleme mit der Halle, die Vorsitzende zurückgetreten, ergo: „Volkstheater am Ende?!“ Im Gespräch mit dem TV zeigt sich der Vereinsvorstand aber ganz munter. Fürs Gruppenbild fällt der neue Beisitzer Jörg Pfeifer sogar spontan vor Gabi Hahn auf die Knie: „Weil sie so einen tollen Job gemacht hat in all den Jahren.“

Nun macht sie das nicht mehr, aber nicht, weil sie zurückgetreten wäre. „Nein, ich habe bei der Vorstandswahl nicht mehr kandidiert. 29 Jahre als Vorsitzende sind genug“, erklärt Gabi Hahn. 1990 hat sie das Laientheater aus der Taufe gehoben. Nun sei das „Kind längst alt genug, um auch ohne mich klarzukommen“, sagt die 65-Jährige. Der Abschied ist ein kompletter. Vom Vorstand und von der Bühne: „Ich freue mich darauf, das bunte Treiben als Zuschauerin zu genießen.“

Dazu hat sie bald Gelegenheit, denn nach dann fast zehnmonatiger Sendepause steht nun die vierte – und voraussichtlich letzte – Aufführungsstaffel des Stücks, in dem sich Römer und Treverer höchst vergnüglich und vorwiegend in Trierer Mundart zoffen, auf dem Programm (siehe Info). „Selbstverständlich in unserer Halle am Römersprudel“, betont der neue Vorsitzende Jörg Elenz (51). Womit das Gerücht von der maroden Halle auch erst einmal vom Tisch wäre. Schließlich hat die Stadt grünes Licht für die fünf Vorstellungen im März und April gegeben – ganz im Gegensatz zur Festhalle der KG Trier-Süd, die wegen statischer Probleme  komplett dichtgemacht worden ist.

Dennoch wird die Wiederaufnahme des Spielbetriebs für das Publikum nicht nach dem Motto „Alles wie gehabt“ vonstatten gehen. Denn die Nutzer des obligatorischen Shuttle-Service (weil es auf dem abgelegenen Römersprudel-Gelände in Trier-Feyen keine öffentlichen Parkplätze gibt) stellen ihre Autos künftig im Messepark in den Moselauen ab. Von dort aus geht es per großem Bus an die Stadtwerke-Haltestelle Zum Römersprudel; die letzten 800 Meter über die schmale Peter-Scholzen-Straße, die für Fahrzeuge über 7,5 Tonnen tabu ist, werden per Mini-Bussen zurückgelegt.

„Eine Umsteige-Lösung, auf die wir nach viel Kopfzerbrechen und einigen Testfahrten gekommen sind“, sagt der Vize-Vorsitzende Rainer Kuring (67). Denn der Parkplatz an der Feyener Sportanlage, wo die Shuttle-Busse früher starteten, steht nun nicht mehr zur Verfügung. Weil auch der Platz an der Abtei  St. Matthias keine Option darstellt („Zwar näher am Römersprudel gelegen, aber eine Ampel mehr und damit größerer Zeitverlust“) einigte man sich mit der Stadt auf die andere Moselseite. Gut 300 Besucher fasst die Halle am Römersprudel, die das Kleine Volkstheater seit dem Abschied 1997 von der ersten Spielstätte, dem Saal der Löwenbrauerei, nutzt. Die meisten Vorstellungen finden vor vollem Haus statt. Bislang wenigstens. Darauf, dass ihre Stücke Selbstläufer sein könnten, wollen sich die etwas 20 Aktiven des 110 Mitglieder zählenden Vereins nicht verlassen. Deshalb gibt es beim Rosenmontagszug am 24. Februar erstmals einen Volkstheater-Wagen. Damit wolle man, so der Vorsitzende Jörg Elenz, „natürlich einerseits dem närrischen Brauchtum frönen und die Leute aktiv bespaßen, aber auch die Werbetrommel rühren für Römerzoores on Äbbelbaams-Tie.“

Nach den bevorstehenden fünf Aufführungen will sich das Kleine Volkstheater fit für die Zukunft machen: „Wir suchen Nachwuchs für die Bühne“, sagt Stückeschreiber Helmut Leiendecker (67).

Zum 30-jährigen Bestehen im Herbst soll es eine neue Produktion geben, die dann 18. seit der Gründung. Um was es geht, weiß Leiendecker „noch nicht so ganz genau. Mir schwirrt einiges im Kopf herum, das ich erst mal zu Papier bringen muss – sofern ich vor lauter Lachen dazu komme“.

„Klingt doch schon mal sehr vielversprechend“, findet Gabi Hahn. Wirklich keine Wehmut wegen des Abschieds? „Nein. Mit dem Herzen bin ich auch weiterhin dabei.“ Und „die nächste Hahn-Generation“ – Tochter Ella (26) – steht ja seit einigen Jahren auf der Bühne: „Das macht mich sehr stolz.“