Klezmer in neuem Gewand

In der Weltmusik-Reihe "World Club" der Tufa Trier gab es jüdische Klezmermusik zu hören. Das Ensemble Noisten um den Wuppertaler Klarinettisten Reinald Noisten brachte sie mit ungewöhnlichem Arrangement in einen neuen Kontext.

Trier. (ae) Klezmer ist Hochzeits- und Tanzmusik, die im osteuropäischen Judentum um das 15. Jahrhundert entstanden ist. Traditionell wird sie auf Klarinette, Geige und Akkordeon gespielt. Nicht so vom Ensemble Noisten - bei seinem Auftritt in der Tufa Trier stehen Kontrabass, Gitarre, griechische Bouzuki und indische Tabla-Trommeln auf der Bühne. Einzig die Klarinette von Reinald Noisten stellt den Bezug zur Tradition her, auch musikalisch.

Der Giora-Feidmann-Schüler stimmt mit einem "Freilach" (fröhlicher Tanz), einer "Kolomeika" (benannt nach Ort in der Ukraine) oder dem Standard "Jiddische Mamme" zunächst überlieferte Weisen an.

In seinem nuancierten, zartfühligen Spiel transportiert er dabei die für Klezmer typischen Stimmungen von klagender oder sehnsüchtiger Melancholie bis überschwänglicher Lebensfreude. Doch das Ganze klingt auch erfrischend neu. Dafür sorgen die leidenschaftlichen, von srilankisch-tamilischer Tradition gefärbten Tabla-Rhythmen von Shan Dewaguruparan, die erkennbar vom Jazz geprägten Basslinien Andreas Kneips und das von Klassik bis Flamenco inspirierte Gitarren- und Bouzuki-Spiel von Claus Schmidt.

Spielerisch leicht mixen die vier Musiker auch in ihren Eigenkompositionen Klezmer-Motive mit verschiedenen multikulturellen Einflüssen. Und obwohl sich hier und da ironischer Witz einmischt, bleibt doch das Wesentliche, die "Seele" des Klezmer erhalten. Das Publikum erlebt einen Abend voller schöner, meditativer bis ekstatischer Melodien und mitreißender Rhythmen.

Beim nächsten World-Club Konzert am Samstag 29. Mai um 20 Uhr ist die Formation "Siánye" zu gast in der Tufa, Tickets in den TV-Service-Centern, unter der TV-Tickethotline 065/7199-996 und online unter www.volksfreund.de/tickets