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Klimaschutz für den Meulenwald

Umwelt : Klimaschutz ist Waldschutz

Zweimal 500 Besucher begingen den Meulenwaldtag. Ob Forstbesitzer oder Naturschützer: Was der Wald für die Region bedeutet, darin waren sich am Ende alle einig.

Wenn es um den Wald geht, müssen sich alle stärker anstrengen, damit die Klimawende gelingt. „Wir brauchen noch mehr Gemeinschaft, um dem Klimawandel entgegenzutreten“, sagte die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer beim diesjährigen Meulenwaldtag.

Normalerweise bewegt das Fest Menschenmengen. In diesem Jahr feierte man jedoch mit angezogener Handbremse: Wegen der Corona-Schutzbestimmungen hatte die Landesregierung dem Veranstalter Landesforsten lediglich zweimal 500 Gäste zugestanden – verteilt auf den Morgen und den Nachmittag. Eine herbe Enttäuschung für Forstdirektor Gundolf Bartmann und sein Team. Dennoch gelang es ihnen, ein informatives Programm durchzusetzen, das breite Anerkennung fand.

Es gibt vieles, über das man sich im Zusammenhang mit dem Klimaschutz informieren kann. Und so waren das Kompetenzzentrum für Klimawandelfolgen ebenso vor Ort wie die Forschungsanstalt für Waldökologie und Forstwirtschaft.

Damit nicht genug: Wer mehr über Hirschkäfer oder Bienen wissen wollte, wurde ebenso fündig wie diejenigen, die das Gespräch mit den Forstleuten suchten, um sich aus erster Hand über den Zustand des Waldes zu informieren. Aber auch jene, die nur in den Wald gekommen waren, um sich zu erholen, konnten an diesem Tag – dank der Organisatoren – „baden im Wohlfühlwald“.

Mit einem Waldgottesdienst hatte Pastor Jonas Weber den Tag eröffnet. In seiner Predigt erinnerte er daran, dass Menschen das Holz schon immer in enormen Mengen als Baumaterial eingesetzt haben – sowohl im zivilen als auch im militärischen Lebensbereich.

Die Folgen sehe man vor allem im Mittelmeerraum bis heute: „Weitgehend waldlose Landschaften, Macchie (Gebüsch) statt Bäume, Verkarstung und Erosion.“ Doch auch in der modernen Zeit werde das Material Holz bei Brandrodungen vergeudet oder wegen der Bevölkerungsexplosion überaus stark nachgefragt.

Die Folgen seien auch hierzulande im gemäßigten, feuchten Klima spürbar: „Drei Dürresommer hintereinander setzen dem heimischen Wald zu.“

Das konnte der Redakteur und Autor Manuel Andrack sofort unterschreiben. Als begeisterter Wanderer und Naturfreund hatte er an diesem Tag auf Einladung von Forstamtleiter Gundolf Bartmann die Rolle des Moderators übernommen. Seine Podiumsgäste kamen aus der Politik: Ministerpräsidentin Malu Dreyer war ebenso anwesend wie ihre Umweltministerin Ulrike Höfken. Die Position der NABU vertrat deren Vorsitzende Cosima Lindemann. Komplettiert wurde die Runde durch Christian Keimer, dem Vorsitzenden des rheinland-pfälzischen Waldbesitzerverbandes.

Wer sich nun ein Wortgefecht erhofft hatte, beispielsweise Waldbesitzer kontra Naturschützer, sollte enttäuscht werden. Denn es wurde sehr schnell deutlich, dass alle Diskutanten trotz einzelner unterschiedlicher Positionen sich im Grunde einig sind: Dem Wald kommt als Naherholungsgebiet und als Regulativ für das Klima eine besondere Bedeutung zu und braucht unser aller Hilfe; der Wald erlebt derzeit eine pflanzliche Veränderung und muss mit hitzebeständigen Hölzern gestärkt werden; kommunale und private Waldbesitzer müssen auf unbestimmte Zeit mit zum Teil dramatischen finanziellen Verlusten leben; Industrie und Verkehr sind als maßgeblicher Verursacher der Klimaveränderung ausgemacht und müssen nach dem Verursacherprinzip für die entstehenden Kosten aufkommen.

Ministerpräsidentin Malu Dreyer ruft dabei zu „noch mehr Gemeinsamkeit beim Klimawandel“ auf und hat dazu ausgerechnet in der Corona-Pandemie einen Hoffnungsschimmer entdeckt: „Corona hat gezeigt, dass Vieles möglich ist, wenn alle zusammenhalten.“ Wenn man erfolgreich sein wolle, dann müssten „die Ziele noch sehr viel ehrgeiziger werden.“ Es bedürfe noch vieler Schritte und Anstrengungen, um den Klimawandel abzuwenden.

 Hier veranschaulicht Christian Frank von Landesforsten der Ministerpräsidentin den Einsatz von Drohnen, die der Baumüberwachung von oben dienen.
Hier veranschaulicht Christian Frank von Landesforsten der Ministerpräsidentin den Einsatz von Drohnen, die der Baumüberwachung von oben dienen. Foto: TV/Rolf Lorig

Dass diese Anstrengungen lohnen, erlebten die Besucher am Ende des Tages bei einer etwa zweistündigen Wanderung mit Manuel Andrack durch den Meulenwald, der nicht nur von der Ministerpräsidentin und ihrer Umweltministerin besonders geschätzt wird.