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Klinikum Mutterhaus verlegt Geburtshilfe von Trier-Ehrang nach Mitte

Gesundheit : Klinikum Mutterhaus verlegt Geburtshilfe von Trier-Ehrang nach Mitte (Update)

Wie das Klinikum Mutterhaus mitteilt, sollen junge Mütter und gynäkologische Patientinnen ab dem 6. April nur noch am Standort Mitte in der Trierer Feldstraße behandelt werden. Grund sei eine anzunehmende Zunahme von Covid-19-Patienten.

Auch für werdende Mütter und Frauen mit gynäkologischen Erkrankungen in der Region Trier hat die Corona-Krise Folgen. Denn ab dem 6. April werden sie nur noch im Klinikum Mutterhaus Mitte (Feldstraße 16) betreut und behandelt. „Vor dem Hintergrund der aktuellen Situation und der wahrscheinlichen Zunahme an Covid-19-Patienten müssen Kräfte gebündelt werden“, hat das Krankenhaus am Montag mitgeteilt.

In den drei Klinik-Standorten des Mutterhauses werden Schwerpunkte gebildet. So ist das Klinikum Nord bereits jetzt Schwerpunktkrankenhaus für die Versorgung von Corona-Patienten. In Mitte wird nun das Angebot der Geburtshilfe und Gynäkologie gebündelt. „So wird die beste und sicherste Versorgung unserer Patientinnen und Neugeborenen durch das gesamte Team gewährleistet“, sagt Pflegedirektor Stephan Lutz.

Geschäftsführer Dr. Christian Sprenger betont, die Zusammenlegung der Stationen von Ehrang und Mitte geschehe ausschließlich als Reaktion auf die durch Corona veränderten Bedingungen. „Die größte Herausforderung für uns ist das Management der Versorgung der Bevölkerung und der Infektionsfälle Covid-19. Dafür brauchen wir stabile Dienstpläne und kurze Wege.“ Der Höhepunkt der Infektionsrate sei noch nicht erreicht. „Mit den verschiedenen Standorten in Trier besteht die Möglichkeit, für die Bevölkerung eine sichere Versorgung gewährleisten zu können. Getrennte Bereiche schützen die Mitarbeiter und die Patienten.“

1639 Entbindungen stehen im Klinikum Mutterhaus Mitte in der Statistik für das vergangenen Jahr (siehe Info). In Ehrang waren es 865. Kann die zeitweise stark belastete Abteilung im Haupthaus die geplante Zusammenlegung räumlich und personell überhaupt stemmen? Geschäftsführer Sprenger glaubt nicht an Kapazitätsprobleme: „Die Abteilung in Mitte bekommt durch die Zusammenlegung Verstärkung durch das Team der Geburtshilfe Ehrang. Durch die derzeitige Verschiebung und Umplanung von ausgewählten Patienten, stehen zudem mehr räumliche Kapazitäten in Mitte zur Verfügung.“

Auch Chefarzt Wolfgang Günther sieht seine Abteilung gerüstet. Durch die Konzentration auf einen Standort sind im Mutterhaus Mitte zudem Regelungen möglich, die in anderen Kliniken Deutschland untersagt sind. Günther: „Bei der Geburt darf eine Begleitperson dabei sein, wenn sie von der Schwangeren autorisiert und symptomfrei ist.“ Bei Kontrollterminen und der Geburtsanmeldung dürfe die werdende Mutter aus Gründen des Infektionsschutzes allerdings nicht begleitet werden. „Wer sich in Ehrang schon angemeldet hat, muss das nicht erneut in Mitte tun. Dem Team dort liegt diese Anmeldung bereits vor.“

Auch für den Besuch nach der Geburt gibt es ab sofort strenge Regeln. So darf jede Mutter pro Tag für eine Stunde und nach Vereinbarung von einer symptomfreien und von ihr autorisierten Person besucht werden. „Leider können Geschwisterkinder das neue Familienmitglied erst zu Haus sehen“, bedauert Chefarzt Günther. „Aber wir müssen darauf bestehen, dass die Sicherheitsrichtlinien auch in dieser Situation eingehalten werden.“ So gebe es derzeit auch keine Kurse zur Geburtsvorbereitung, Infoabende oder Kurse für Rückbildungsgymnastik.

Vorbereitet scheint das Klinikum Mutterhaus Mitte auch für den Fall, wenn bei einer werdenden Mutter der Verdacht auf eine Corona-Infektion besteht. „In einem solchen Fall werden wir einen eigenen Bereich isolieren“, erläutert Dr. Günther. „Grundsätzlich kann die Mutter auch in diesem Fall nach Absprache begleitet werden.“

Die Vorbereitungen für die zentrale Geburtshilfe in Trier sind getroffen. Die Bewährungsprobe folgt ab dem 6. April.