Knifflige Besinnlichkeit

Das ganz normale Chaos bei der Organisation des Trierer Weihnachtsmarktes können Computerspieler am heimischen PC nachspielen. Studierende der Trierer Fachhochschule haben das erste deutsche Computerspiel über einen Weihnachtsmarkt herausgebracht.

Trier. "Es war einmal im weihnachtlichen Trier: Wie jedes Jahr im Advent wurde dort der Weihnachtsmarkt vorbereitet. Alle Wichtel und Feen hatten ihre Marktstände schon aufgebaut. Nur der Chef-Elf hatte seine Arbeit noch nicht einmal angefangen. "Hey du vor dem Bildschirm, du musst mir helfen!"

Das Auftakt-Szenario für das erste deutsche Computerspiel über einen Weihnachtsmarkt lässt einem beinahe keine andere Wahl: Soll denn der Trierer Weihnachtsmarkt nur wegen des faulen Elfs ohne Schnee und Glühwein bleiben? Die Idee für das nun folgende Rätselspiel, bei dem man beispielsweise dafür sorgen soll, dass die Schneemaschine funktioniert oder der Glühwein richtig gemacht wird, stammt von drei jungen Studierenden der Fachhochschule (FH) Trier.

Entwickelt wurde es im Rahmen des Wettbewerbs um den Computerspiel-Award, der dieses Jahr unter dem Thema Weihnachtsmarkt stand und in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgemeinschaft Trierer Weihnachtsmarkt (AgW) ausgerichtet wurde.

"Wir wollen jedes Jahr innovative Projekte rund um den Weihnachtsmarkt unterstützen und hatten die Idee, dafür die kreativen Ressourcen an der Fachhochschule Trier zu nutzen", erklärt Angela Bruch von der AgW. Der Blick fiel auf die beiden jungen FH-Studiengänge Intermediales Design sowie Digitale Medien und Spiele.

Rund 20 Arbeitsgruppen junger Studierender machten sich ans Werk, tüftelten und progammierten nächtelang. Die Jury rund um den Computerspielexperten Professor Christoph Lürig zeigte sich positiv überrascht von den vielfältigen Ergebnissen. "Mit viel Kreativität haben die Studierenden der Fachhochschule das vorgegebene Thema in ein unterhaltsames Computerspiele umgesetzt", sagt Professor Georg Schneider, der die Teilnehmenden zusammen mit Dozent Andreas Hofer betreute. Die Umsetzung der Idee ins passende Design und eine hohe Spielfreude waren ausschlaggebend bei der Bewertung. Der erste Platz ging an "Trierer Weihnachtsmarkt - Das Spiel" aus dem Genre Point und Click-Rätselspiele.

Die glücklichen Gewinner Marie Wellershoff und Miriam Julius, beide studieren Intermediales Design, und Omid Marxen, er studiert Digitale Medien und Spiele, können sich über ein Preisgeld von 1500 Euro von der AgW freuen. "Es war viel Arbeit, und wir haben einige lange Nächte am Computer verbracht, aber jetzt sind wir stolz auf unser Ergebnis", freut sich Marie Wellershoff über die Auszeichnung und den offiziellen Beginn. Pünktlich zur Weihnachtsmarkteröffnung am 24. November startete Oberbürgermeister Klaus Jensen durch einen Mausklick das Onlinespiel. Seitdem darf jeder potenzielle Weihnachtsmarkt-Retter sein Glück versuchen. "In der Regel brauchen die Leute ungefähr eine Viertelstunde", sagt Thomas Vatheuer von der AgW. Der Rekord liege bei nur fünf Minuten, andere rätselten schon mal eine halbe Stunde. Wie lange der Einzelne braucht, um alle kniffligen Hindernisse zu überwinden und den Weihnachtsmarkt wieder zum Leuchten zu bringen, hängt vom jeweiligen Talent zum Puzzeln und Kombinieren ab. Auszutüfteln ist das Spiel im Internet unter www.weihnachtsmarkt-trier.de